website security

_______________________________________________________________________________

Am 11.01.2014 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Faltblatt zum Schutz von Katzen

Unna Noch in diesem Monat will die Stadt Unna ihre Informationskampagne zum Thema Katzen starten. Tierschützer weisen auf die wachsende Not wild freilebender Katzen hin. Ein neues Faltblatt soll nun über die  Gefahren aufklären und darüber, was Halter gegen ein weiteres Anwachsen der Population tun können. Wichtig ist es, Freigängertiere sterilisieren zu lassen, damit sie sich nicht unkontrolliert fortpflanzen. Die Stadt will beim Vertrieb der Informationsschrift auf weitere tierschutzaffine Partner setzen: Die  Faltblätter sollen unter anderem in Tierarztpraxen oder im Kreistierheim ausliegen. Viele Tierschützer würden eine Maßnahme begrüßen, die noch über diese Aufklärung hinausgeht: einen Zwang zur Kastration frei lebender Katzen. Ein solcher Beschluss lässt in Unna aber auf sich warten.

_______________________________________________________________________________

Am 16.01.2014 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna. Von Kevin Kohues und Arndt Brede

Wirbel um Fricka

Abgemagertes Pony in Selm treibt Tierschützer auf die Barrikaden

Selm Ein auffällig mageres Pony auf einer Wiese in Selm bringt derzeit vor allem Tierschützer auf die Barrikaden. Das Kreisveterinäramt hat auf einem Hinweis aus der Bevölkerung reagiert und dem Besitzer Auflagen gestellt. Er muss das Pony namens Fricka regelmäßig mit Futter und Wasser versorgen sowie tierärztlich untersuchen lassen. Ganz so schlimm, wie in den Netzwerken und weiteren Medien dieser Tage zu lesen, sind die Zustände aber nicht, wie Kreissprecherin Constanze Rauert gestern erklärte. Angaben, mehrere Ponys und eine Ziege würden bereits seit 2011 unter unhaltbaren Zuständen auf dem Hof ihr trauriges Dasein fristen, seien falsch, so Rauert weiter.

Am 8. Januar habe die Kreisverwaltung eien Hinweis aus der Bevölkerung erhalten, woraufhin noch am selben Tag ein Veterinär und ein Tierarzt zu dem Gelände im Selmer Stadtteil gefahren seien. Bei einem der drei Tiere, nämlich bei Pony Fricka, habe man eine Vernachlässigung festgestellt. Daraufhin sei zunächst eine mündliche, inzwischen auch schriftliche Anordnung erfolgt. Der Besitzer muss sicherstellen, dass alle seine Tiere ausreichend Futter und Wasser bekommen. Außerdem muss er einen Tierarzt mit der Untersuchung beauftragen und sie gegebenenfalls auch behandeln lassen. Für die Erfüllung der Auflagen räumt die Behörde zwei Wochen Zeit ein. Einigen Tierfreunden aus Selm ist das aber zu wenig. Eine von ihnen ist Claudia Faron, die behauptet, die Tiere seien schon seit Monaten schlecht versorgt worden. "Wir waren schon mit der Tierrettung Recklinghausen vor Ort. Die wollten die Tiere auch mitnehmen, aber die Kreisveterinäre haben das untersagt", so Faron.

Sie hat inzwischen Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Veterinäre beim Kreis Unna gestellt und ihren Protest durch mehr als 300 Unterschriften unterfüttert, die sie ebenfalls beim Kreis abgeben will. Sie wirft der Behörde Untätigkeit vor. Kreissprecherin Rauert sagt, dass die geforderte Wegnahme des Ponys ein möglicher, von Veterinärbehörden auch praktizierter Schritt sei. "Es ist aber in der Regel nicht der erste." Der  Besitzer haben nun zunächst Zeit, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Den Vorwurf der Untätigkeit weist sie zurück. Auch in der Vergangenheit habe das Veterinäramt jeden Hinweis auf Vernachlässigung ernst genommen und geprüft. Auffälligkeiten seien dabei aber nicht festgestellt worden.

Der Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Veterinäre des Kreises sieht sie gelassen entgegen. Solche Beschwerden seien nicht ungewöhnlich, wenn es Kritik an behördlichen Anordnungen geben. "Jede Dienstaufsichtsbeschwerde wird aufgenommen und es wird ihr nachgegangen". Welche Konsequenzen es dann gebe, sei derzeit nicht abzusehen.

Bitte nicht selbst füttern

Apell an Tierfreunde: Gefahr von Koliken

Manch ein Tierfreund würde die Tiere auf der Wiese in Selm-Bork am liebsten selbst wieder aufpäppeln. Für diese Wunsch äußert Kreissprecherin Rauert zwar Verständnis, sagt aber auch: "Das eine Pony ist zwar abgemagert und wurde offensichtlich vernachlässigt, das Pony und die anderen Tiere aber einfach so zu füttern, wäre keine gute Idee."

Es gebe einen genauen Plan für Pony Fricka und die beiden anderen Tiere, "wer was wann füttert." Bei zusätzlicher Fütterung bestehe die Gefahr von Koliken."Die Tierfreunde sollten Vertrauen haben, dass die Behörde das Richtige veranlasst hat", sagt Rauert. Vor allem das abgemagerte Pony müsse erst einmal auf die Beine kommen. Die beiden anderen Tiere seien zwar in einem besseren Zustand als das magere Pony, doch seien sie bewusst auch in den behördlich angeordneten Futter-, Pflege- und Versorgungsplan aufgenommen worden. Mittlerweile haben die Tierbesitzer am Tor zum Gelände in Bork, auf dem die Tiere gehalten werden, ein Schild angebracht. Darauf bitten sie alle Tierfreunde darum, von Besuchen Abstand zu nehmen, weil die Gesundheit der Tiere nicht gefährdet werden soll. Fricka, das abgemagerte Pony, hat inzwischen eine Decke übergelegt bekommen.

_______________________________________________________________________________

Am 21.01.2014 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierliebe endet nicht vor der eigenen Haustür

Tierschutzverein aus Trittau will Kosten zur Befreiung der Tiere übernehmen

Selm Der Tierschutzverein "Vier Hufe & Co.", der sich in die Diskussion um den Vorwurf der Vernachlässigung von Tieren in Selm-Bork eingeschaltet und Strafanzeige gegen den Tierbesitzer und gegen eine Kreis-Veterinärin gestellt hat, sitzt in Trittau - eine 7000-Seelen-Gemeinde in der Metropolregion Hamburg. Aber was bewegt einen Tierschutzverein aus Schleswig-Holstein, sich um einen Fall zu kümmern, der weit weg für Furore sorgt?

Mit dem Auto sind es 354 Kilometer von Trittau bis nach Selm. "Unser Verein 'Vier Hufe & Co.' ist bundesweit tätig. Da es noch nicht so viele auf Pferde spezialisierte Tierschutzvereine gibt, erreichen uns aufgrund unseres mittlerweile hohen Bekanntheitsgrades Hilferufe aus dem gesamten Bundesgebiet", sagt Roger Hufnagel, dessen Frau Nicol Vereinsvorsitzende ist. "Wir arbeiten vor Ort mit der privaten Tierschützerin Regine Kalender, die dort lebt, zusammen, die uns auch auf diesen Fall aufmerksam gemacht hat."

Auf der Homepage des Vereins schreiben die Hufnagels unter anderem: "Die Tiere sind alle unterernährt, die Weiden tierschutzrelevant." Die Frage, ob sich die Trittauer Tierschützer persönlich vor Ort ein Bild vom Zustand der Tiere - zwei Ponys und eine Ziege - gemacht haben, beantwortet Roger Hufnagel so: "Wir waren persönlich noch nicht vor Ort. Aufgrund der Informationen von Frau Kalender, der Aussagen der Kollegen der Tierrettung NRW, die vor Ort waren, des uns vorliegenden Bildmaterials. Telefonaten mit verschiedenen Zeugen und der Tatsache, dass die Veterinärbehörde den Handlungsbedarf auch zugegeben hat, sehen wir eine belastbare Grundlage für unsere Vorgehensweise. Sollte sich in den nächsten Tagen keine endscheidende positive Entwicklung im Interesse der Tiere ergeben, werden wir persönlich vor Ort versuchen, die Beteiligten von einer entsprechenden Lösung zu überzeugen". Wobei Hufnagel versichert: "Unsere Aktionen beschränken sich ausschließlich auf im rechtlichen Rahmen mögliche Handlungen. Also Strafanzeigen, Kommunikation mit dem Tierhalter und den Behörden, Druck über die Öffentlichkeit." Es gebe keine Demos, keine Rufschädigung und kein illegales Entwenden der Tiere. Der Tierschutzverein hat mittlerweile erklärt, alle Kosten zu übernehmen". Das gelte auch für die tierärztlich Betreuung, Futter, Heu, Stroh und Unterkunft nach ihrer Befreiung. Was das bedeutet, schildert Hufnagel so: "Die Tierarztkosten sind erst absehbar, wenn eine ausführliche Untersuchung stattgefunden hat. Hier kommen aber schnell bis zu 500 Euro oder mehr je Tier zusammen. Die Kosten für Futter, Heu, Stroh belaufen sich auf bis zu 100 Euro je Tier pro Monat, abhängig vom Ernährungszustand. Kosten für Unterbringung fallen in der Regel nicht an, da wir über ein breites Netzwerk an von uns geprüften Pflegestellen verfügen."

Unterdessen liegt der Kreisverwaltung eine Unterschriftenliste vor, mit der sich die knapp 500 Unterzeichner dagegen aussprechen, das unterernährte Pony "Fricka" in der Obhut des Besitzer zu belassen. An die Übergabe der Unterschriftenliste schloss sich ein Gespräch zwischen den Tierfreunden und dem Dezernenten Norbert Hahn an, in dem für die Zukunft ein Informationsaustausch vereinbart wurde.

_______________________________________________________________________________

© 2002-2016 Tierschutz-Unna