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Am 15.02.2012 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna. Von Christina Spill

Tomografie zum Wohle der Wissenschaft

Scan eines Affenmännchens in der veterinärmedizinischen Radiologie

Holzwickede. Affe Max hatte in den vergangenen Monaten stark abgenommen. Warzen an den Augen verhinderten, dass die Goldbauchmangabe noch mit ihren Artgenossen kommunizieren konnte. Gestern musste Max im Zoo Wuppertal eingeschläfert werden. Aber um herauszufinden  was ihm tatsächlich fehlte, kam der Leichnam zur Untersuchung nach Holzwickede.

Im Zentrum für Veterinärmedizinische Radiologische Diagnostik (VMD) an der Wilhelmstraße führte Daniela Franz eine Computertomografie an dem 16 Jahre alten Affenmännchen durch, um mögliche organische Auffälligkeiten festzustellen. Bei einer MRT entstanden Schnittbilder des Kopfes - auch neurologische Besonderheiten sollen untersucht werden.

"Wir haben kaum Erfahrungen mit dem Scannen solcher exotischen Tiere", erklärte sie. Normalerweise kommen hier Hunde oder Katzen in die Röhre. Aber um mehr über Tiere wie Max zu erfahren und um mögliche Ursachen für seine Symptome erkennen zu können, sind solche Untersuchungen wichtig. Und vielleicht profitiert irgendwann ein anderes Tier davon, dass Max genauer unter die Lupe genommen wurde. 

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Am 29.06.2012 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna. Von Janine Scholz

Wenn Tiere nachts krank werden, hilft nur das Auto

Tierärztlicher Notdienst im Kreis Unna nur für das Wochenende vorgesehen

Kreis Unna Brüche, Bisswunden oder Stromschlag - auch Tiere haben Verletzungen und brauchen einen Arzt. Den aber außerhalb der Sprechzeiten zu erreichen, ist gar nicht so einfach. Im Kreis Unna gibt es einen tierärztlichen Notdienst lediglich am Wochenende. Unter der Woche bleibt am Abend oft nur der weite Weg mit dem Auto in eine Tierklinik.

Es ist 21:30 Uhr am Mittwochabend, der Schäferhund-Mischling eines Unnaers bekommt plötzlich Anfälle. Sein Herrchen versucht mehrere Tierärzte zu erreichen - vergeblich. Und dieser Fall ist vermutlich kein Einzelfall. Denn einen tierärztlichen Notdienst gibt es im Kreis Unna nur am Wochenende. Ein Gesetz, das die Notdienste für Tiere regelt, gibt es in NRW nicht. "Laut dem Heilberufsgesetz haben Tierärzte keine Verpflichtung Notdienste einzurichten. In den Kreisstellen der Tierärztekammer können Tierärzte das selbst organisieren", sagt Hans-Joachim Reichstein, Geschäftsführer der Tierärztekammer Westfalen-Lippe. 

Die Ärztekammer gibt dabei lediglich eine Empfehlung an die Tierärzte. Diese umfasst unter anderem: Der für den Notfall eingestellte Tierarzt muss ständig erreichbar sein. Tierärzte sollen dabei zu gegenseitigen Vertretungen und der Einrichtung von Wochenend- und Feiertagsdiensten bereit sein. Zur Einrichtung von Wochenenddiensten sind die Tierärzte im Kreis Unna bereit. Zweimal im Jahr treffen sie sich, um Wochenend-Notdienste für ein halbes Jahr zu planen. Planungen für Wochentage außerhalb der Sprechzeiten gibt es nicht. "Anspruch und Realität klaffen auseinander. Kein Tierarzt kann 24 Stunden arbeiten", sagt Tierärztin Dr. Sigrid Schleich. Um trotzdem zu helfen, wären einige Kollegen außerhalb der Sprechzeiten über ihr Handy zu erreichen. Die Mobilfunknummer würden sie auf dem Anrufbeantworter hinterlassen, ergänzt die Tierärztin. Eine einheitliche Regelung gibt es hier aber nicht.

"Die Notdienstverteilung bei Tierärzten ist problematisch. Vertretungen sind schwierig, da sich viele Tierärzte auf Kleintiere, Großtiere oder Pferde spezialisiert haben. Außerdem sind nicht alle Notfälle auch wirklich Notfälle", sagt Reichstein. Für den Notfall weist der Geschäftsführer der Tierärztekammer aber auf den Notdienst der Tierkliniken hin. Kliniken müssen demnach 24 Stunden dienstbereit sein. Aber: Im Kreis Unna gibt es davon wenige. Lediglich in Werl können Herrchen 24 Stunden auf Hilfe hoffen. Auch in Ahlen gibt es eine Klinik - dorthin ist der Weg allerdings relativ weit.  

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Am 07.09.2012 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna. Von Gabriele Hoffmann

Badespaß für Vierbeiner hat Nachahmer

Hundeschwimmen zum Saisonende

"Flöte noch eine Woche geöffnet

Holzwickede Fiffi und Bello, Rex und Selma freuen sich schon auf das Ende der Badesaison in der Schönen Flöte für die Zweibeiner. Denn am 22. und 23. September gehört ihnen das Freibad mit allen Wasser- und Rasenflächen.

Das Hundeschwimmen ist die Attraktion im Holzwickeder Freibad und hat in der Region auch schon Nachahmer gefunden. Bäder in Dellwig und Schwerte haben die Vierbeiner jetzt auch als Kunden entdeckt. In diesem Jahr wird beim nunmehr dritten Holzwickeder Hundeschwimmen auch das Kinderplansch-becken freigegeben. Dort können sich die Minihunde a la Rehpinscher im nur knietiefen Wasser vergnügen. Aber auch die wasserscheuen Vertreter der Canidae-Familie haben an den beiden Tagen genug Gelegenheit, sich richtig auszutoben. Denn Leinenzwang besteht nicht in der Schönen Flöte. Vierbeiner zahlen zwei Euro Eintritt. Zweibeiner dürfen als Begleiter umsonst ins Bad.

Das Hundeschwimmen am Ende der Saison ist wasserhygienisch völlig unbedenklich. Denn vor der neue Badesaison werden alle Becken geleert und mehrfach gereinigt. Dann kommt sogar die chemische Keule zum Einsatz, wie Bäderchef Stefan Petersmann versichert. Außerdem, auch ohne Hundeschwimmen und haarige Rückstände, ist das Wasser vom fallenden Herbstlaub verunreinigt. "Das ist dann eine graubraune Brühe."

Bei einem Bäderkongress stellte Petersmann das Hundeschwimmen kürzlich vor. Und alle Fachleute waren begeistert von der Idee. Bedenken hatte niemand. Die Schöne Flöte bereitet sich derweil schon langsam auf den Winterschlaf vor. Die Saison endet am 16. September. In der kommenden, also der letzten Woche werden die Öffnungszeiten schon reduziert. Allerdings ist morgens dann durchgehend geöffnet. Die Frühschwimmer müssen das Bad nicht um 8.30 Uhr verlassen. "Das ist ein Dankeschön an unsere Dauerbadegäste", sagte Petersmann gestern.

Aus der aktuellen Badesaison geht die Wasserversorgung mit einem "blauen Auge" heraus. Ungefähr 65000 Besucher werden am Ende auf der Abrechnung stehen. Geschäftsführer Petersmann hatte im Wirtschaftsplan 2012 vorsorglich nur noch mit 75000 kalkuliert. Weniger Gäste bedeuten nicht nur weniger Einnahmen, sondern auch weniger Ausgaben zum Beispiel für Chlozusätze und Wachdienst.

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Am 25.09.2012 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Auf vier Pfoten im kühlen Nass

Hundeschwimmen in der "Flöte"

Holzwickede Einmal im Jahr gehört das Freibad nur ihnen. Am Samstag und Sonntag konnten sich wieder Hunde aller Größen und Rassen in den Schwimmbecken der Schönen Flöte austoben. Denzel ist eine richtige Wasserratte, deshalb war er mit seiner Besitzerin Ingrid Schliefke auch  an beiden Tagen in der Schönen Flöte. "Der Hund hat viel Spaß dabei und hier ist es sicherer als an Flüssen oder Seen". sagt sie. Schliefke kommt aus Unna und möchte auch nach Schwerte und Dellwig zum Hundeschwimmen.

Andere Freibäder ziehen nach und wenden sich bei Fragen für Organisation an die Schöne Flöte, erzählte Michael Hegener, Schwimmmeister im Holzwickeder Freibad. Eine nasse Angelegenheit ist es sowieso. Jedes Jahr werde die Veranstaltung besser angenommen, längst finden nicht nur Hundebesitzer aus dem Kreis den Weg in die Schöne Flöte. Das ganze Ruhrgebiet zieht es mit ihren Vierbeinern zum Hundeschwimmen. Und nicht nur andere Schwimmbäder ziehen nach, am Samstag waren ebenfalls eine Tierärztin und der Hundesportverein anwesend, um Hunde und Herrchen den Hundesport Agility schmackhaft zu machen. Doch im Vordergrund stand natürlich das Schwimmen. Auch, wenn das aus rechtlichen Gründen nur Hunden erlaubt war, Freude hatte dabei jedoch jeder. Sprangen die einen mit Anlauf ins Wasser, versuchten andere Hunde den Ball irgendwie aus dem Nassen zu bekommen, ohne dabei ins Becken zu springen. Doch am Ende traute sich jeder Vierbeiner ins kühle Nass.

Für die Schöne Flöte ist das Hundeschwimmen ein schöner Saisonausklang, die Wasserbecken müssen sowieso gereinigt werden. Außerdem ist die Veranstaltung nicht wetterabhängig. "Hundebesitzer sind hart im Nehmen", weiß Hegener aus eigener Erfahrung. Eine nasse Angelegenheit ist das Hunde schwimmen immer - aber eine mit Spaßfaktor für alle.

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Am 03.10.2012 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna. Von Sebastian Smulka.

Beim Kreis ist Tierschutz Dienst nach Vorschrift

"Hatten erhöhten Krankenstand" - Heim seit gestern wieder geöffnet

Unna Wer ein Tier in Not aufgefunden hat, kann sich seit gestern wieder regulär an das Kreistierheim wenden. Dessen Trägerin rechtfertigt die vorrübergehende Schließung - der Kreis hatte einfach zu wenig Leute. Eine Woche lang war das Tierheim des Kreises geschlossen. Eine Notbesetzung zur Versorgung der Bewohner soll noch gewährleistet gewesen sein. Doch eine Annahme von Neuzugängen oder eine Vermittlung von Bestandstieren fand nicht statt. Wer ein Notleidendes Tier in gute Hände geben wollte, konnte sich allein an den Tierschutzverein Unna wenden.

Gesten nun begann die Aufarbeitung der "Stresswoche". Das Heim am der Hammer Straße wurde wieder geöffnet. Der Personalengpass sei überwunden. Der Kreis Unna als Träger der Einrichtung rechtfertigt die einwöchige Schließung aber. "Wir hatten einen erhöhten Krankenstand", erklärte Kreisgesundheits-dezernent Norbert Hahn. "Es gibt dort einen Tierpfleger und eine Tierpflegerin, dazu noch Ergänzungspersonal. In der akuten Situation war nicht gewährleistet, dass Tiere in sachkundige Hände gekommen wären." Hahn betonte, dass im Tierheim während dieser Woche kein Tier unversorgt geblieben sei. Wer einen Neuzugang abgeben wollte, hätte sich an dass Veterinäramt oder die lokalen Ordnungsbehörden wenden können. Nur: Einen Hinweis darauf gab es am verschlossenen Eingang des Kreistierheims nicht Der Aushang verkündete lediglich die Schließung wegen Personalmangel und bat um Verständnis. "Das ist allerdings ein Versäumnis", so Hahn.

An der Betreuungslage für die Tiere hätte der bessere Service nichts geändert. Selbst die Kreisveterinärin verwies ganz offiziell auf den Tierschutzverein.(Kommentar)

Katzen vermehren sich ungehemmt

Antrag auf Kastrationspflicht chancenlos - Elend der Tiere für Menschen keine Gefahr

Die Situation der zurückliegenden "Stresswoche" weist auch auf ein grundsätzliches Problem des Tierschutzes hin: Die Zahl der wild lebenden Katzen in der Region steigt. Und ein wirksames Instrument gegen diese Entwicklung steht nicht in Aussicht. Bereits im Sommer des vergangenen Jahres war die Idee einer Kastrationspflicht in der Diskussion. 14 Monate später soll nun am 25. Oktober der Stadtrat darüber befinden. Sehr wahrscheinlich lehnt er den Antrag ab. Zwar kommt auch die Stadt nach einer Umfrage bei Nachbarkommunen und Tierärzten zum Schluss, dass die Zahl der wild lebenden Katzen steigt; doch beziffern ließe sich dies nicht. Das ausschlaggebende Kriterium  für die Ablehnung ist aus Sicht der Stadt aber ein anderes: Eine Aufnahme der Kastrationspflicht in ihr "Ortsrecht" sei nur zur Abwehr einer "abstrakten Gefahr" für die öffentliche Sicherheit möglich. Und diese lasse sich nicht belegen. Mögen die Katzen selbst in freier Wildbahn leiden - der Mensch sei dadurch nicht gefährdet, gelten Katzen gemeinhin nicht als Seuchenüberträger.

Kommentar von Sebastian Smulka

Tierschutz ist eine Pflicht

War das akute Krisenmanagement des Kreise in Sachen Tierschutz schon für sich genommen eine Katastrophe, so erschüttert nun auch noch die geringe Kritikfähigkeit der Behörde im Nachhinein. Die einwöchige Schließung des Tierheims damit zu rechtfertigen, dass es einfach einen Personalengpass gegeben hätte, zeugt schon von einer gewissen Kaltblütigkeit. Der Kreis macht es sich hier entschieden zu einfach. Denn die Einhaltung des Tierschutzes zu überwachen und Not leidenden Tieren zu helfen, auch das ist eine kommunale Pflichtleistung, nicht weniger etwa als die Überwachung des ruhenden Verkehrs. Dabei würde wohl keine Kommune auf die Idee kommen, eine Woche lang keine Knöllchen zu schreiben, weil im Ordnungsamt eine Erkältungswelle herrscht. In Sachen Tierschutz aber überlässt der Kreis die Dinge ihrem Lauf, ohne auch nur eine ausreichende Information für die Besucher seines Kreistierheims an der Tür auszuhängen. Das es im Tierschutz auch eine starke Parallelstruktur im Ehrenamt gibt, ist eine gute Sache. Sich vollends darauf zu verlassen, ist dennoch ein Pflichtverstoß. Das Ehrenamt kann helfen und unterstützen. Die vollständige Arbeit des Kreises zu übernehmen kann es nicht. Der Kreis schuldet eine konstruktive, selbstkritische Aufarbeitung. Er muss nun seine Lehren aus der vergangenen Woche ziehen und einen tauglichen Notfallplan aufstellen. Für das Debakel der vergangenen Woche die Verantwortung zu übernehmen, wäre da ein guter erster Schritt .

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