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Am 20.01.2011 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierschützer beklagen Katzenplage

Tierschützer befürworten Kastration

Kreis Unna / Lünen Immer zu wenige Helfer, immer zu viel zu tun. Der Lüner Tierschutzverein sieht in streunenden Katzen und ihrer Vermehrung auch in der Lippestadt ein Riesenproblem.

Neue Tierfreunde kümmern sich täglich um wilde Vierbeiner, etwa 100 Katzen werden jährlich eingefangen und auf Kosten der Vereinskasse kastriert. Die Landesregierung stößt mit ihren Vorstoß einer verpflichtenden Kastration für Katzen bei Alexandra Haag, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins, auf offene Ohren. "Wir unterstützen das voll und ganz, denn ich weiß nicht, wie wir das Problem in den Griff bekommen sollen", sagt sie.

Eine Katze wirft dreimal im Jahr zwei bis fünf Junge. Der weibliche Nachwuchs kann schon mit fünf Monaten trächtig sein. "Viele Leute unterschätzen das", sagt Alexandra Haag. Der Tierschutzverein kann nur mit Pflegestellen zusammenarbeiten, doch auch davon gibt es zu wenig. "Wir versuchen, die Babys einzufangen und zu vermitteln", so Haag. Waren sie zu lange in der Wildnis, gelingt das nicht mehr. "Eine Pflichtkastration könnte das Problem etwas eindämmen", ist sie überzeugt. Besonders ärgert sie sich über verantwortungslose Besitzer, denen das Tier mit der Zeit lästig wird. "Manche Leute lassen die Katze dann einfach nicht mehr rein", hat sie erlebt. Eine Katze kann insgesamt 20 Jahre alt werden. Wer sich eine zulegt, ist für einen langen Zeitraum zuständig - fast so wie bei einem Kind.

Wie es um den Umzug mancher Zeitgenossen mit Katzen bestellt ist, spiegelt auch die Situation im Tierheim Kreis Unna an der Hammerstraße wieder, eine Auffangstation für Notfälle. "Wir stoßen an unsere Grenzen", sagt Constanze Rauert, Sprecherin das Kreises Unna. Mit insgesamt 30 bis 40 Katzen liegen die Zahlen auf hohem Niveau. "Wir schaffen es gerade, aber es ist eng", sagt Rauert. Die Idee der Landesregierung hält auch sie für einen interessanten Vorschlag, dessen Umsetzung allerdings genau geklärt werden müsse.

Tierarzt Ralf Lorson ist grundsätzlich gegen Restriktionen. Doch die verpflichtende Kastration von Katzen sei ein Thema, das zu diskutieren wäre: "Katzen nehmen überhand", sagt er. 

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Am 07.04.2011 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna. Von Anke Jacobi

Tierschutzverein: Mit neuer Spitze Neuanfang wagen

Neue Vorsitzende Renate Beck kündigt grundlegende Neuerungen an

Fröndenberg "Wir wollen jetzt richtig Gas geben", sagt Renate Beck. Sie hat bei der jüngsten Jahreshauptversammlung den Vorsitz des Tierschutzvereins übernommen und kündigt einen "Neuanfang" an. Wie berichtet war der bisherige Vorsitzende Günter Wölm Ende Februar aus Krankheitsgründen vom Amt des ersten Vorsitzenden zurückgetreten. Daher musste nun ein neuer Vorstand für die ungefähr 281 Mitglieder gefunden werden. "Ich werde den Vorsitz kommissarisch übernehmen, bis ich als Vorsitzende vom Amtsgericht bestätigt wurde", sagt Renate Beck vorsichtig. Diese Aussage lässt erahnen, wie schwierig die Zusammenarbeit im alten Vorstand ausgesehen haben muss. Deshalb will Renate Beck nun frischen Wind in den Verein bringen: Gemeinsam mit der zweiten Vorsitzenden Christel Schmitt und dem neuen Internetbeauftragten Karl-Heinz Beck, der für den Tierschutzverein einen ganz neuen Internetauftritt erarbeiten soll- ehrenamtlich versteht sich.

Doch nicht nur der Internetauftritt markiert den Aufbruch zu neuen Ufern. "Wir wollen auch wieder regelmäßig Treffen einführen. Zurzeit sind nur fünf Mitglieder wirklich aktiv. Wie wollen aber wissen, was unsere Mitglieder an Verbesserungen und Neuerungen wünschen. Sie sollen sich einbringen", so Renate Beck. Sie hat außerdem erste Gespräche mit Helga Luther vom Naturschutzbund aufgenommen, um eine Vernetzung anzupeilen. Und auch die unter alter Leitung verschmähte Zusammenarbeit mit der Katzen-Streunerhilfe ist bereits fest eingeplant.

 

Notdienst für Tiere

Mit dem Neuanfang im Tierschutzverein sind auch die Türen für die Zusammenarbeit mit der Stadt im Bereich des Tier-Notdienstes wieder ein Stück weit geöffnet worden. Ziel der Stadtverwaltung war es, dass Katzen-Streunerhilfe und Tierschutzverein gemeinsam diese Aufgabe übernehmen. Als sich der damalige Vorsitzende des Tierschutzvereins, Günter Wölm, sträubte, mit der Katzen-Streunerhilfe zu kooperieren, kündigte die Stadtverwaltung den Vertrag mit dem Tierschutzverein, der über Jahre den Tier-Notdienst übernommen hatte. Seither existiert lediglich ein Vertrag der Stadt mit der Katzen-Streunerhilfe, die sich um den Notdienst für Katzen kümmert. "Den Notdienst für Hunde stemmen wir zuzeit teils selbst, teils über Fremdfirmen", sagt Fachbereichsleiter Werner Haeseler. Wenn der Tierschutzverein und die Katzen-Streunerhilfe künftig zusammenarbeiten würden, "wäre langfristig auch wieder ein Vertrag mit dem Tierschutzverein denkbar", so Haeseler. Allerdings schließt er dieses für das laufende Jahr aus.

 

Ein Zuhause für Tiere im Urlaub

"Nimmst du mein Tier, nehm' ich dein Tier" - mit dieser Aktion will der Tierschutzbund allen Tierbesitzern helfen, wegen ihrer vierbeinigen Hausgenossen nicht auf den Urlaub verzichten zu müssen. Der Tierschutzverein Fröndenberg führt Tierhalter zusammen, die im gegenseitigen Tausch ihre Tiere während des Urlaubs versorgen. Eine wichtige Voraussetzung für diese Aktion ist, dass die Besitzer eine ordnungsgemäße Schutzimpfung ihres Tiere durchführen lassen und eine Haftpflichtversicherung für ihre Tiere haben. Den Service, die passenden Tierhalter zusammenzubringen, übernimmt der Tierschutzverein auch für Tierbesitzer, die nicht Mitglied im Verein sind. Gesucht werden auch Tierfreunde, die ihr Tier selber nicht in Pflege geben müssen, aber gerne bereit sind, das Heimtier eines anderen zu versorgen.

Interessenten können sich beim Tierschutzverein Fröndenberg unter

Tel. 0179 / 4 93 16 32 (von 9 bis 19 Uhr) melden.

Zudem ist beim Tierschutzverein ein kostenloses Poster mit Tipps zum Thema "Tier und Urlaub" erhältlich.

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Am 17.08.2011 berichtete der Stadtspiegel aus Unna. Von Tobias Weskamp

Keine Qual für den Besten Freund des Menschen

Aktion will Verbot von Stachelhalsbändern erreichen

Stachelhalsbänder mit nach innen gerichteten Stachel wurden früher zur Hundeerziehung benutzt und sind teilweise auch heute noch in Gebrauch

Kreis Unna Die Idee, eine Aktion zur Abschaffung zu starten, kam von Sonja Meiburg,Betreiberin einer Hundeschule in Volkenschwand in Bayern. Da sie den Termin auch in sozialen Netzwerken im Internet veröffentlichte, wurde  die Aktion zu einer bundesländer- und länderübergreifende Aktion, der sich über 200 Hundeschulen angeschlossen haben. Die beteiligten Hundeschulen und Trainer bieten über verschiedene Aktionszeiträume an, demjenigen der Ihnen sein Stachelhalsband, Würgehalsband und Stromreizgerät abgibt, eine kostenfreie Trainingsstunde an. Dabei ist es egal, warum der jeweilige Halter zu diesen Mitteln gegriffen hat. Egal, ob der Hund an der Leine zieht, andere Hunde anpöbelt oder jagen geht, die Initiatoren versichern, dass ein Stachelhalsband nicht benötigt wird.

Die angeschlossenen Hundeschulen arbeiten über positive Verstärkung und erhoffen sich eine konstruktive Auseinandersetzung mit dieser Art der sanften, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Ausbildung. Ihr Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und neue Wege zu aufzuzeichnen. Die Starkzwangmittel sollen aus dem Alltag der Hunde verschwinden. Die lokale Resonanz auf die Aktion "Tausche Stachelhalsband gegen Training" ist bisher gering. "Bei mir haben sich viele gemeldet, aber keiner hatte ein Stachelhalsband" erklärt Hundetrainerin und Verhaltensberaterin Heike Hillebrand aus Bönen. Sie vermutet, dass Leute, die solche Mittel zur Hundeerziehung einsetzen, nicht davon ablassen wollen. Ähnlich sieht das auch  Tierspychologin Birgit Kawallek aus Kamen. "Bisher habe ich nur eine Meldung erhalten." Beide hoffen, noch einige Hundebesitzer zum Umdenken anregen zu können.

Die Initiative arbeitet zeitgleich an einer Petition, die das ausdrückliche Verbot von Verkauf, Ankauf und Einsatz von Stachelhalsbändern in Deutschland im Tierschutzgesetz erreichen will. In der Schweiz und Österreich ist die Verwendung ausdrücklich verboten. Auch in Deutschland erhoffen sich die Initiatoren eine möglichst große Zustimmung, da für einen Erfolg der Petition mit Anhörung 50.000 Unterschriften innerhalb von nur drei Wochen, erreicht werden müssen.

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Am 18.08.2011 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna. Von Thomas Raulf

Katze angeschossen - Jäger fürchten um ihren Ruf

Suche nach dem Täter läuft - Jäger fahnden in den eigenen Reihen

Mühlhausen Im Naturschutzgebiet Mühlhauser Mark hat ein Unbekannter eine Hauskatze angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Tierfreunde sind ebenso empört wie die etablierte Jägerschaft. Die Jäger fürchten um ihren Ruf.

Der Fall muss sich am Sonntagmorgen ereignet haben. Die Familie Sichtermann wollte wie an jedem Morgen ihrem Kater "Sultan" sein Futter bringen. Doch das Tier - ein schwarz-grauer Mischling aus Siam und Hauskatze - tauchte nicht auf. "Irgendwann fanden wir ihn schwer verletzt auf unserem Grundstück", berichtet Heidi Sichtermann. Schnell war klar: Das Tier wurde angeschossen. "Sultan" musste sich schwer verletzt nach Hause geschleppt haben. Allzu weit weg von der Heerener Straße kann der Täter nicht zugeschlagen haben. Kater "Sultan" sei sehr zutraulich, verbringe die meiste Zeit zu Hause und sei kein Streuner, sagt Heidi Sichtermann.

In einer Dortmunder Tierklinik stellte ein Veterinär die Diagnose: Der Oberarmknochen des schmächtigen Tiers ist zersplittert, Auge, Nase und Mund sind verletzt. "Ob das Bein amputiert werden muss, wissen wir noch nicht", sagt Sichtermann. Nach Angaben des Tierarztes sei der Kater mit Schrot angeschossen worden, der hauptsächlich von Jägern verwendet wird. Die Sichtermanns werfen zudem die Frage auf, ob in Unna ein gemeingefährlicher Mensch sein Unwesen treibt: "Gibt es bei uns im idyllisch Naturschutzgebiet, das täglich von zahlreichen Spaziergängern, Freizeitsportlern und Erholungssuchenden besucht wird, wirklich unbedachte Jäger, die zahme harmlose Hauskatzen abschießen, oder handelt es sich hier um eine Straftat mit unerlaubtem Waffenbesitz?"

Einer der Jäger, die in Mühlhausen ihr Revier haben, ist Heinrich Wisselmann, Vorsitzender des Hegerings Unna. Er wohnt in der Nachbarschaft der Sichtermanns und kennt den erschreckenden Fall bereits. Und er ist wütend. Der Verdacht, der Täter könnte ein Jäger sein, steht im Raum. Seine unmittelbaren Jagdgenossen schließt Wisselmann aus. "Wir sind fünf Jäger in Mühlhausen. Von denen war es keiner." Es gebe eine Absprache, dass kein Jäger auf freilaufende Hunde oder Katzen anlegt, selbst wenn das Gesetz das in bestimmten Situationen erlaubt."Außerdem war am Sonntagmorgen Dauerregen. Da war keiner von uns draußen."

Der Schaden, den ein Jäger anrichtet, indem er ein Haustier anschießt, sei groß für die Zunft, meint Wisselmann (siehe Text unten). Als Nachbar sieht er aber auch das menschliche Leid der betroffenen Familie. "Die Sichtermanns haben Kinder. Ich kann mit gut vorstellen, wie schlimm das ist.

Schrot soll Spur zum Täter liefern

Jäger Heinrich Wisselmann will ebenso wie die Halter der Katze und die Kriminalpolizei herausfinden, wer für die Tat verantwortlich ist. "Es wird vermutlich niemand gestehen, dass er es war", sagt Wisselmann. Aber er hat einen Ansatz für Ermittlungen. Großkalibrigen Schrot verwenden nur Jäger. Und in der Regel dürfen auch nur Inhaber von Jagdscheinen eine entsprechende Waffe führen. "Es gibt aber auch Kleinkaliberschrot", weiß der erfahrene Jäger. Sportschützen dürfen kleinkalibrige Waffen haben. Wisselmann will seine Nachbarn nun bitte, ihm die Projektile zu zeigen, die der Tierarzt aus dem angeschossenen Kater herausoperiert hat. "Wenn das ein Jäger war, dann müssen wir das klären. Dann werde ich richtig Ärger machen unter unseren Leuten."

Familie Sichtermann hat eine Belohnung von 200 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt. Zeugen melden sich bei der Polizei, Tel. 02303 / 921-0.

"Katze richtet keinen Wildschaden an"

Hegering-Chef Wisselmann: Haustiere zu schießen, schadet Jägern nur

"Ein Jäger, der ein Haustier schießt, verursacht nur Ärger", sagt Heinrich Wisselmann, Vorsitzender des hiesigen Hegerings, der in Unna und Holzwickede 236 Mitglieder hat. Gerade jetzt im August ergebe es überhaupt keinen Sinn, freilaufende Katzen zu töten. "Sie können keinen Schaden anrichten, Gelege von Beutevögeln wie Fasanen gibt es jetzt nicht mehr." Das Einzige, meint Wisselmann, was eine Katze in der Natur fangen kann, seien Mäuse. Die Jägerschaft ist stets bemüht, gegen den schlechten Ruf zu arbeiten, den sie zum Beispiel in einigen Gruppen von Tierschützern hat. Ein abgeschossenes Haustier ist deswegen aus Wisselmanns Sicht ein Skandal. "So etwas vergessen die Leute nicht. Da kann man zehn Jahre Öffentlichkeitsarbeit umsonst machen."

Kommentar 

Unnötiger Unfrieden

Eine Hauskatze wird angeschossen - dieser Fall sorgt für Kopfschütteln. Einen sinnvollen Hintergedanken kann niemand gehabt haben, auf den Kater in der Mühlhauser Mark anzulegen. Mancher Jäger mag eine Katze als rotes Tuch auffassen. Als Fleischfresser wollen Katzen grundsätzlich Beute machen. Doch selbst die organisierten Jäger stellen fest, dass Haustieren wie Katzen für sie keine Konkurrenz darstellen: Eine Katze richtet keinen Wildschaden an. Und Mäuse, hinter denen Stubentiger her sind, gibt es sicherlich genug.

Der Satz "In der Wildnis sind lebende Katze eine Gefahr" darf also von keinem Jäger unterschrieben werden, vielmehr die Umkehrung: Geschossene Katzen sind eine Gefahr. Als Menschen, die in ihrer Freizeit Tiere töten, stehen Jäger grundsätzlich selbst in der Schusslinie. Vielen Tierschützern ist die Jagd ein Dorn im Auge. Wer also einen Jagdschein hat und grundlos ein Haustier verletzt, schadet damit sich und allen Jägern.

Doch wer bei diesem Thema gar kein Interesse an sozialem Frieden hat, ist offensichtlich der Gesetzgeber: Ist eine Katze nur 200 Meter weit vom nächsten Haus entfernt, ist sie zum Abschuss freigegeben. Nur aufgrund von Absprachen der Jäger untereinander passiert das trotzdem nicht, eigentlich zumindest. Gäbe es ein strengeres Verbot, käme bei vielen Waffenbesitzern gar nicht erst der Gedanke auf, zu schießen.                                       Thomas Raulf

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