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Am 01.02.2007 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Gassigehen nach Regeln

Schlussstrich unter Tierheim-Skandal: Neue “Hundeausführordnung” für ehrenamtliche Gassigänger mit festgelegten Routen und ohne Auto-Touren

Unna. Nach jahrelangen Konflikten über ehrenamtliche Gassigänger im Kreistier- heim gibt es nun überarbeitete Vorgaben für Freiwillige, die Hunde ausführen wollen.

Es “darf nicht zwischen die beißenden Hunde gegriffen werden”, so lautet nur eine Regel der Hundeausführordnung, die der Ausschuss für Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreistags beschlossen hat. 24 Hunde, 29 Katzen und 39 Heimtiere sind derzeit im Kreistierheim an der Hammer Straße in Unna untergebracht. Neben zwei Vollzeit-, zwei Teilzeitkräften und einer Auszubildenden kümmern sich nach Angaben der Kreisverwaltung noch Praktikanten und Ein-Euro-Jobber um die Tiere.

“Sollten sich Engpässe in der Betreuung, insbesondere beim Aussführen der Hunde ergeben, entscheidet laut Ausführordnung die Tierheimleitung über die Einbindung ehrenamtlicher Hilfe”, erläutert Kreis-Gesundheitsdezernent Norbert Hahn die beschlossene Regelung. In den vergangenen Jahren war das staatliche Tierheim mehrfach in die Schlagzeilen geraten. Im Juli 2002 wurden ehrenamtliche Hundeausführer vor die Tür gesetzt, nachdem sie die Vermittlung von vier Hunden an den Enkel des saudischen Königs Fahd kritisiert hatten.

Im Januar 2004 zeigte der Stafford-Bullterier-Mischling “Spike”, der von Gassigängern ausgeführt worden war, Vergiftungserscheinungen. Wegen der rätselhaften Erkrankung bekamen Ehrenamtliche Hausverbot. Erst nach dem Wechsel der Zuständigkeit für das Kreistierheim von der Dezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer zu Norbert Hahn wurde der Konflikt gelöst. Im Oktober 2006 ließ der Kreistag Gassigänger unter Auflagen wieder zu.

 

Was Gassigänger dürfen: Mindestens 16 Jahre alt müssen Gassigänger sein, bei als gefährlich eingestuften Hunden laut Landeshundeverordnung (Maulkorbzwang) 18 Jahre. Es gelten strenge Vorgaben: Route für den Gassigang, keine Autofahrten mit dem Hund, kein “Ausleihen” der Hunde an Dritte.

Tierheimhunde dürfen beim Spaziergang nicht von der Leine gelassen werden; das Personal wählt den zum Ausführen vorgesehenen Hund aus. Der Ausführer soll einen “ausreichenden Sicherheitsabstand zu anderen Tieren” halten. Sollte es dennoch zu einer Beißerei zwischen Tieren kommen, “so darf nicht zwischen die beißenden Hunde gegriffen werden.”

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Am 03.02.2007 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Sechs Hunde gestohlen

Kreis Unna. Unbekannte haben sechs Schäferhunde aus dem Kreistierheim gestohlen. Wie die Polizei mitteilt, hebelten die Diebe zwischen Mittwoch, 22:20 Uhr, und Donnerstag, 11 Uhr mehrere Hundezwinger in einer Stallung an einem Feldweg an der Hammer Straße auf. Wer hat Verdächtiges beobachtet? Hinweise nimmt die Polizei in Unna entgegen, Tel. 02303 / 921-5100

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Am 24.08.2007 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

”Völlige Verrohung”

Katzenbaby im Müll: Polizei fehlt jegliches Verständnis - Hohe Geldstrafe droht

Unna. Ein wenige Wochen junges Babykätzchen im öffentlichen Mülleimer “entsorgt”. “Wenn der Müllwagen kommt”, urteilt nüchtern Kreisveterinärin Dr. Uta Krebs, “hat die Katze keine Chance mehr.”

Daher droht dem noch unbekannten Tierquäler, der am Mittwoch an der S-Bahn-Haltestelle Königsborn ein Katzenbaby in einen Mülleimer stopfte, jetzt auch eine empfindliche Geldstrafe. Denn das Tierschutzgesetz unterscheidet durchaus zwischen Aussetzen und Aussetzen, weiß die Kreisveterinärin. “Im üblichen Fall - Tür auf und raus - hat das Tier eine reelle Überlebenschance. Wenn sie aber im Mülleimer liegt und der Mülleimer geleert wird...

Ein Kätzchen im Müll. Polizeisprecher Martin Volkmer kann über “eine solche Verrohung” nur bar jedes Verständnisses den Kopf schütteln. “Ein Straftatbestand liegt hier dennoch nicht vor”, weiß er. “Eine Straftat begeht laut Tierschutzgesetz, wer einem Tier aus Rohheit und Vorsatz Schmerzen zufügt oder es tötet. Dafür sieht der Gesetzgeber Freiheitstrafen bis zu drei Jahren vor.”

Wer sich ein Tier lediglich per Aussetzen vom Hals schafft, begeht laut Paragraph 18 Tierschutzgesetz eine Ordnungswidrigkeit. Immerhin müssten auch die dort vorgesehenen Geldstrafen durchaus zur Abschreckung taugen, denn die zuständige Behörde kann dem Überführten bis zu 25000 Euro abknöpfen. Zuständig für das Kätzchen im Bahnstation-Mülleimer ist die Kreisbehörde. Deren Veterinärin Dr. Krebs erklärt: “Über die Höhe der Geldbuße entscheiden wir stets im Einzelfall.”

Zwar gilt ein Tier im Strafrecht immer noch als Sache, doch macht Polizeisprecher Volkmer durchaus einen “Wertewandel” in der Gesellschaft aus. “Früher steckte man die Tiere in einem Beutel und ertränkte sie im Fluss, sinnierte er. “Das war Mittelalter.” Gewiss komme so etwas auch heute noch vor, auf dem Lande, nickt Volkmer. “Aber auch dort sind die Wertevorstellungne heute anders. Landwirte sehen ihre Nutztiere zwar nicht als Schoßtiere. Aber der Bezug zum Tier ist da.”

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Am 17.11.2007 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

”Für 100 Euro vor dem sicheren Tod gerettet”

Heidi Fischer und Petra Maschewski engagieren sich für “Retriever in Not”

Bergkamen. Sie leben in kleinen Boxen, ausgelegt mit Betonboden. Drei bis sechs Hunde, zusammengepfercht auf zwölf Quadratmetern. Um Ihr Futter müssen sie kämpfen. Frische Luft haben ihre Nasen noch nie geschnuppert und auf Gras sind ihre Pfoten noch nie gelaufen. Liebe und Zuneigungevon einem Menschen kennen sie nicht. Im Gegenteil: Von ihren angeblichen Herrchen werden sie als Zucht- maschinen missbraucht.

“Wir nennen sie Vermehrer” sagen Heidi Fischer und Petra Maschewski vom Verein Retriever in Not, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, missbrauchten Retrievern ein neues, besseres Leben zu schenken. 1500 Hunden aus so genannten Zuchtstationen, hauptsächlich aus Belgien und Holland, konnten die Tierschützer seit der Vereinsgründung im Jahr 2003 bereits eine bessere Perspektive geben. “Die Hunde, die wir aufnehmen, sind teilweise schon in den Zuchstationen geboren oder werden von überforderten Besitzern dort abgegeben. In den Stationen kümmert sich niemand um sie. Dort ist man nur auf Profit aus”, sagt Maschewski.

Die Tierschützerin kennt die Motive der Zuchtstationsbetreiber genau. “Mit möglichst geringem Aufwand so viele Hunde wie möglich züchten, um sie für einen kleinen Preis auf dem Markt zu bringen.” Dabei sei gerade das fatal. “Wer glaubt, mit einem Retriever oder einem Labrador, der aus einer Zuchtstation kommt, mit 400 Euro ein Schnäppchen gemacht zu haben, liegt falsch”, sagt Heidi Fischer, “was beim Kauf eingespart wird, muss hinterher beim Tierarzt doppelt auf den Tisch gelegt werden”, fügt Petra Maschewski hinzu. Schließlich werde in den Stationen unter anderem Inzucht betrieben. Da die Muttertiere an Mangelernährung litten, bekämen die Jungen beim Säugen nicht genug Nährstoffe und würden schnell krank. “Schlimm ist auch”, so die Tierschützerin Fischer, “dass die Käufer der Welpen nicht wissen, wo die Tiere herkommen. Sie werden im Handel oder durch Privatleute verkauft. So wissen die Meisten gar nichts von der Existenz von Zuchtstationen und den Zuständen dort.”

Auch die Tierschützer selbst dürfen die Stationen nicht betreten. In die Nähe des Geländes kommen sie nur, wenn sie die Tiere abholen. “Auch dann kommen wir höchstens an den Zaun und die Übergabe der Hunde erfolgt nur gegen 100 Euro. Selbst wenn sie die Hunde loswerden wollen, sind sie noch auf Profit aus”, ist Petra Maschewski fassungslos. “Immerhin”, sagt Heidi Fischer, “müssen wir ihnen zugute halten, dass sie uns Tierschützer überhaupt kontaktieren, wenn sie die Tiere nicht mehr gebrauchen können. Doch findet sich kein Abnehmer, werden die Hunde getötet.”

Abgegeben werden Hunde im Alter zwischen vier und acht Jahren, “eigendlich das beste Alter für einen Retriever”, sagt Fischer. Auch Hunde die “zu alt für den Markt sind”, also älter als vier Monate, werden nicht mehr gebraucht. Aufnehmen können die Tierschützer des Vereins Retriever in Not die Hunde aber auch nur, wenn eine Pflegefamilie frei ist. “Erst dann starten wir Fahr-Ketten, um die Hunde abzuholen. Wenn wir die Hunde ohne Zusage einer Pflegefamilie holen würden, würden wir riskieren, dass sie ins Tierheim kommen und das möchten wir auf jeden Fall vermeiden”, sagt Heidi Fischer.

Wenn die Hunde in den Pflegefamilien bis zu ihrer Weitervermittlung unterkommen, sindsie auf dem Stand eines Welpen. “Sie sind weder erzogen, noch stubenrein” sagt Maschewski. Außerdem tragen sie auch äußerliche Schäden davon. “Ihr Gesäuge hängt teilweise bis auf den Boden, schließlich werden die Hunde mit Hormonen vollgepumpt, damit sie mehr als zweimal im Jahr läufig sind und bis zu dreimal gedeckt werden können. Normalerweise werden sie höchstens einmal im Jahr gedeckt. Außerdem haben manche Schwielen vom Liegen oder verfilztes Haar, das von Ungeziefer befreit werden muss”, sagt Fischer.

Aus diesen Gründen bedarf es viel Aufmerksamkeit, Verständniss und Liebe in den Pflegestellen. Heidi Fischer: “Einige Hunde brauchen länger, andere sind sofort zutraulich. Fest steht aber, dass die Hunde dankbar sind und bei ihren neuen Herrchen richtig aufblühen.”

Kein Risiko bei der Neu - Vermittlung

Um zu verhindern, dass den Hunden nach der Zeit in den Pflegefamilien ein neues, schlimmes Schiksal wiederfährt, schauen sich die Mitglieder von Retriever in Not bei den möglichen neuen Besitzern genau um. “Wir überprüfen das Umfeld. Außerdem können sich Interessenten mit einem Bewerbungsfomular im Internet bewerben”, erläutert Tierschützerin Heidi Fischer. Um möglichen Interessenten den Schritt zu erleichtern, einen Hund aufzunehmen, können sie sich im Internet ein Pflegetagebuch durchlesen, das die Fortschritte der Hunde, die sie in den Pflegefamilien machen, dokumentiert. Außerdem gibt es einen Hunde-Steckbrief. Wer einen Hund annimmt, kann mit der Unterstützung des Vereins rechnen. “Es gibt eine Nachbetreuunge und wir stehen bei Problemen helfend zur Seite”, sagt Fischer. Die Übernahme der Hunde kostet die neuen Besitzer eine Tierschutzgebühr, die sich nach Alter und Zustand des Hundes richtet. Den Hundebesitzern wird eine Auflage gemacht. “Sie verpflichten sich, die Hunde kastrieren zu lassen. Bei ihrer Vorgeschichte ist das ein Muss” sagt Fischer

Pflegestellen

Die Tierschützer suchen dringend Pflegefamilien. die Zeit haben, sich intensiv um die Hunde zu kümmern. Tierarztkosten übernimmt der Verein. Weitere Auskünfte geben.

Heidi Fischer unter Tel. 02307 / 85 97 2 und

Petra Maschewski unter Tel. 02306 / 83 85 6

Weitere Informationen im Internet unter www.retriever-in-not.de

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