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Am 17.01.2006 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

In gute Hände abzugeben

Tierheim sucht neues Zuhause

Unna. Die Kommunen sollen sich aus der Finanzierung des Kreistierheims zurückziehen und einem privaten Betreiber den Vorzug geben. Diesen Appel richtete SPD-Fraktionschef Heinz Steffen gestern an die neun Städte und Gemeinden, die jährlich 252.000.- Euro für die Einrichtung an der Hammer Straße in Unna ausgeben.

Zum Vergleich: 92.000.- Euro pro Jahr kostete das Tierheim bis 2002, als die Landeshundeverordnung zu höherem Aufwand und höheren Kosten führte. Die Kreisverwaltung solle konkrete Gespräche mit den mindestens drei Interessenten für die Privatisierung aufnehmen, fordert Steffen. Ziel der SPD ist es, Kosten einzusparen.

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Am 24.01.2006 berichtete die Westfälische Rundschau.

Tierschützer sorgen sich um den Standard des Tierheimes

Kreis Unna. Während die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Ursula Horn, privaten Betreibern eines Tierheimes nicht so recht trauen möchte, sind die Stadt Schwerte und der Kreis Unna voll des Lobes.

“Mit großer Sorge betrachten wir die jüngsten Äußerungen der SPD, das öffent- liche Kreistierheim nun einem Privatanbieter zu überlassen”, so Horn, Vorsitzende des Tierschutzvereins Unna. Bisher sei man davon ausgegangen, dass sich zu der Markterkundung ,,zum einen gar keine seriösen Interessenten gemeldet hätten und zum anderen, dass man das jetzige Modell eines effizient arbeitenden Kreistierheim beibehalten wolle”.

Beides sieht der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Heinz Steffen, anders: Die SPD-Kreistagsfraktion habe sich auf der jüngsten Klausurtagung dafür ausgesprochen, das Tierheim aus der Trägerschaft des Kreise zu entlassen. “Grund: ,,Zu erheblichen Kostenreduzierungen wird es bei weiterem kommunalen Betrieb nicht kommen.” Deshalb sei es ,,erfreulich, wenn Private Interesse bekunden”.

Derweil Ursula Horn mahnt: ,,Mit Tierschutz lässt sich kein Geld verdienen”, daher befürchte der Tierschutzverein, dass bei Übertragung des Kreistierheims an einen Privatanbieter, der derzeit erreichte Standard nicht gehalten werden könne. ,,Ein Privatbetreiber müsse Gewinne erwirtschaften, das geht im Zweifel zu Lasten der Tiere, die sich nicht wehren könnten.” Für die Sozialdemokraten im Kreistag verweist Steffen auf ,,viele andere Kommunen, in denen private Lösungen schon heute durchaus üblich sind”. Wie in Schwerte, wo ein privater Verein das Tierheim seit über zwei Jahrzehnten führt. Und dies offenbar ordentlich, denn: ,,Wir hatten als Überwachungsbehörde bislang keinen Grund, dort tätig zu werden”, sagt Silke Schmücker von der Kreis-Pressestelle. Voll des Lobes ist sogar der Sprecher der Stadt Schwerte, Carsten Morgenthal: ,,Wir sind sehr zufrieden, es läuft reibungslos.”  Den Service lässt sich die Stadt Schwerte 15.200.- Euro im Jahr kosten. Dafür beschäftigt der Tierheim-Verein auch vier Kräfte, darunter einen Azubi. Der Etat des Kreistierheims beläuft sich derweil auf gut eine Viertelmillion Euro im Jahr, und die SPD geht davon aus, dass es bei weiterem kommunalen Betrieb ,,nicht zu erheblichen Kostenreduzierungen” kommen wird. Und nicht nur deshalb will sie ,,keinesfalls an dem bisherigen Betreibermodell unter dem Dach der Kreisverwaltung festhalten”, sagt Heinz Steffen.

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Am 31.01.2006 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierheim: Skepsis aus Schwerte

“Private Führung ist keine Lösung”

Unna. Das Kreistierheim privatisieren und damit Kosten sparen - ein Vorschlag, der beim Tierschutzverein Schwerte und Umgebung auf wenig Gegenliebe stößt.

“Es ist in der heutigen Zeit fast unmöglich, ein Tierheim kostenneutral zu führen”, erklärte Dr. Stefan Wolf, Vorsitzender des Tierschutzvereins, in einer Stellungnahme. Auch das Schwerter Tierheim fahre seit Jahren leichte Verluste ein, die nur durch Mitgliederbeiträge und Spenden ausgeglichen werden könnten. Wolf: “Die heutige Situation des Tierheims in Schwerte ist deshalb als gut zu bezeichnen, da durch Sponsoring, Sach- und Geldspenden aus der Bevölkerung Kosten reduziert werden.” Außerdem gebe es viele ehrenamtliche Helfer, die Das Tierheim unterstützen. Ein Tierheim könne nicht aus wirtschaftlicher Sicht, sondern aus tierschützerischen Gründen betrieben werden. Wie berichtet, hatte die SPD-Kreistagsfraktion die Kreisverwaltung aufgefordert, Gespräche mit den mindestens drei privaten Betreiber-Interessenten für das Kreistierheim zu führen. Die neun Städte und Gemeinden des Kreises geben für die Einrichtung an der Hammer Straße jährlich 252.000.- Euro aus.

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Am 01.02.2006 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierheim bleibt in Kreis-Hand

Bisherige Struktur nicht verändern

Unna. Das Kreistierheim hängt nicht länger zwischen Himmel und Erde: Eine Privatisierung der Einrichtung zwecks Kostenreduzierung ist endgültig vom Tisch. “Das Kreistierheim in Unna wird auch weiterhin unter der Leitung des Kreises Unna bleiben.” Das teilte Kreis-Gesundheitsdezernent Norbert Hahn im Ausschuss für Gesundheit und Verbraucherschutz unter Vorsitz von Martin Wiggermann (SPD) mit.

Der Dezernent bezog sich dabei ganz aktuell auf das Votum der Bürgermeister- konferenz von Montagmorgen. Bei der Sitzung hatten sich die Bürgermeister der neun Städte und Gemeinden, in deren Auftrag der Kreis Unna das Tierheim betreibt, für den Verbleib der Aufgabe beim Kreis ausgesprochen. Die Verwaltung- chefs erteilten gleichzeitig der Übergabe des Tierheims in private Hände eine Absage. Diese Möglichkeit war von der Kreisverwaltung auf Wunsch der Politik unter anderem im Rahmen eines Markterkundungsverfahrens geprüft worden - geeignete und mit entsprechender Erfahrung ausgestattete Interessenten fanden sich aus Sicht der Verwaltung dabei nicht und für eine weitere Suche sahen die Bürgermeister als “Auftraggeber” bei ihrer Konferenz keinen Grund. Im Gegenteil: Sie lobten die Arbeit des Tierheims und sahen ausdrücklich auch kein Problem darin, dass beim Tierheim Fach- und Dienstaufsicht in einer Hand liegen.

“Die Verwaltung begreift das Votum der Bürgermeister als Auftrag, das Tierheim weiter so zu führen wie bisher”, fasste Dezernent Norbert Hahn zusammen. Zuletzt hatte der Tierschutzverein Schwerte und Umgebung seine Skepsis zu den Privatisierungsplänen zum Ausdruck gebracht (wir berichteten). Die Unterhaltung des Kreistierheims kostet die Städte und Gemeinden jährlich 252.000.- Euro.    vity

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Am 01.04.2006 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierquäler schlug Ottokar Horn ab

Ziegenbock verletzt, Hühner massakriert

Königsborn. Ein Ziegenbock hat in der Nacht zu Freitag schwer verletzt die Attacke eines Tierquälers überlebt. Sechs Legehennen aus einem Bauernhof an der Hammer Straße starben - sie wurden nach Angaben der Polizei mit einem Hammer erschlagen. Melanie Hessenkämper sorgte sich gestern gestern um ihren verletzten Ziegenbock Ottokar. Ihm hatten die unbekannten Täter - es kann auch ein Einzel- täter gewesen sein - das linke Horn mit einem Zaunpfahl abgeschlagen. Die Besitzerin fand das apathische Tier am Morgen stark blutend und schaltete sofort die Polizei ein, die nun wegen Tierquälerei gegen Unbekannt ermittelt.

Im Hühnerstall richteten die Eindringlinge ein Massaker an. Sechs Hühner wurden vermutlich mit einem Hammer erschlagen. Die Polizei bittet Zeugen, die Verdächtiges gesehen haben, um Hinweise (Tel. 02303 / 921-5120 oder 921-0). Der Hof Hessenkämper liegt in der Nähe des Kreisverkehrs an der Gießerstraße. cfi

 

Ziegenbock Ottokar in seinem Stall auf dem Hof Hessenkämper an der Hammer Straße. Ein Tierarzt hat die Kopfwunde versorgt.                                                                                                                                        

Foto: Hennes

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Am 20.04.2006 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierquäler fallen über Schafe her

Muttertier und fünf Lämmer tot, Bönener Hobbyzüchter schockiert

Bönen. Unbekannte Tierquäler haben auf einer Weide in Bönen mehrere Schafe brutal getötet und ein weiteres verletzt.

Rolf Kampmann ist mitgenommen, hat kaum geschlafen. Dienstag gegen 18 Uhr fand ein Jäger eines seiner jungen Schafe mit offenem Bruch des Vorderlaufs. Kampmann eilte zur Wiese, fand die Mutter, jenseits der Umzäunung ein weiteres Lamm. Beide tot, erschlagen. Dem Jungtier wurden die Augen zerstochen, das Maul zerquetscht, der Mutter das Genick gebrochen.

Kampmann ist schockiert, wütend. Bereits vor drei Wochen fand er zwei Lämmer, glaubte zunächst an einen Unfall, überlegte mit der Gemeindeverwaltung, wie man die Schafe schützen könne. Eine Woche später fand er weitere Jungtiere. Er ist überzeugt, dass es jemand auf seine Zucht abgesehen hat. Eigner des Grundstücks ist die Gemeinde. Vor fünf Wochen installierte sie ein neues Tor, um ungebeten Gäste fern zu halten. Dass die durch den Zaun kommen, hat niemand erwartet. Kampmann will die Wiese mit Strom sichern und öfter nach dem Rechten sehen, vielleicht Kameras aufstellen.

Das niemand etwas gesehen hat, belastet Kampmann am meisten. Das Gelände ist von der Straße bestens zu überblicken, zumal sich zur Tatzeit gegen 17 Uhr auf der Straße oft ein Rückstau vor dem Kreisverkehr bildet. Die Eindringlinge müssen die Tiere verfolgt haben. Zu Fremden laufen die Schafe nicht freiwillig. “Zu mir auch nicht mehr”, bedauert Kampmann. Er betreut drei Wiesen mit 30 Tieren. Auf der betroffenen Wiese waren es 15.

Zwei Lämmer, die ihre Mutter verloren haben, und das verletzte Tier päppelt er im Kaninchenstall mit der Flaschen hoch. Die Lämmer waren alle nicht älter als vier Wochen, das am Dienstag getötete war ein Osterlamm. Es kam Sonntag zur Welt. Bereits in der Nacht zum 31. März hatten Unbekannte in Unna-Königsborn sechs Hühner mit einem Hammer erschlagen. Ziegenbock Ottokar, eines der Lieblingshaustiere der betroffenen Familie, büßte bei einer Attacke auf ihn, das linke Horn ein.

Hinweise an die Polizei unter Tel. 02303 / 921-0

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Am 26.07.2006 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Seuche: Keine Katzen mehr ins Tierheim

Fundtiere werden privat untergebracht, Entwarnung frühestens nächste Woche

Unna. Katzenseuche im Kreistierheim an der Hammer Straße: Aus Angst vor einer Verbreitung der Krankheit schickte die Einrichtung ihre Miezen in Quarantäne.

“Wir nehmen keine Katzen mehr an und geben keine mehr ab”, brachte Constanze Rauert, Sprecherin der Kreisverwaltung, die Lage auf den Punkt. “Die vor- handenen Katzen wurden separiert, um auf Numer Sicher zu gehen”. Eingeschleppt wurde die Katzenkrankheit durch einen aufgefundenen Wurf Jung- tiere. Die Kätzchen waren nicht geimpft und bereits mit der Krankheit infiziert. Inzwischen sind diese Tiere allesamt verstorben. “Bei Katzenbabys ist das eine Sache von ein oder zwei Tagen”, so Rauert.

Die übrigen Katzen des Tierheims sind bereits im Rahmen ihrer Eingangsunter- suchung geimpft worden. Trotzdem gelten verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Der Katzentrakt des Tierheims bleibt geschlossen. Die Tiere stehen unter ständiger Beobachtung; Kontakt mit Besuchern und anderen “Bewohnern” gibt es nicht. Erst in der nächsten Woche will der Kreis entscheiden, ob die Katzenstation wieder geöffnet wird. Wer eine Katze aufgefunden hat und abgeben will, wird derweil an den Tierschutzverein verwiesen.

Wegen der Quarantäne bittet der Kreis um telefonische Kontaktaufnahme unter Tel. 02303 / 69505

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Am 09.08.2006 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Katzenbaby fast ertrunken

In letzter Sekunde aus Emscher gerettet - Anzeige wegen Tierquälerei

Holzwickede. Nur weil in der Emscher zurzeit wenig Wasser fleißt und viel Müll liegt, ist die Einkaufstüte mit vier Katzenbabys und einem Ziegelstein nicht ganz untergegangen. Mit jämmerlichem Miauen machten die Miezen auf sich aufmerksam. Sie hatten bereits ein Loch in die Plastiktüte gerissen, um Luft zu schnappen. Sie waren völlig durchnässt und geschwächt, hatten Wasser in den Lungen. Monika Fölsche-Lahni kam gerade noch rechtzeitig vorbei und fischte die Tüte in Höhe der Fußgängerbrücke am Regenrückhaltebecken im Park aus der Emscher. Das war am 31. Juli.

Seither wacht die Tierfreundin rund um die Uhr über die Katzen, ist mit ihnen Stammgast bei einem Holzwickeder Tierarzt, der die Katzen ohne Honorar behandelt. Spezielle Katzenmilch flößt sie den kleinen mit der Flasche ein. Seit gestern ist die Prognose beruhigend. Die jungen werden wohl überleben und Monika Fölsche-Lahni kann etwas durchatmen. Sie steht mit der Katzenstation Kamen in Kontakt. Denn selber behalten kann sie die Samtpfoten in einer Wohnung im zweiten Stock nicht. Außerdem hat sie Anzeige wegen Tierquälerei erstattet und hofft, dass derjenige, der die grausame Tat begangen hat, ermittelt wird.

Möglicherweise haben Zeugen jemanden beobachtet, der am Montag vergangener Woche eine zappelnde Aldi-Tüte in die Emscher geworfen hat. Vieleicht ist auch die Katzenmutter, die plötzlich ohne ihre Jungen ist, aufgefallen.

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Am 23.09.2006 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Park-Katzen haben überlebt

Holzwickede. Den vier Katzen, die Ende Juli in der Emscher fast ertrunken wären, geht es gut. Zwei von ihnen suchen ein neuse Zuhause. Wie berichtet, waren vier Katzenbabys in einer Plastiktüte in die Emscher geworfen worden-wohl mit der Absicht, die Tiere zu ertränken. Monika Fölsche-Lahni fand die Katzen rechtzeitig und päppelte sie auf. Zwei sind bereits vermittelt. Ein Pärchen sucht noch liebevolle Menschen. Die Katzen sind dank der Unterstützung der Tierfreunde Kamen und einiger Spenden von tierliebenden Holzwickedern geimpft und entwurmt.

Wer die Stubentiger übernehmen möchte, kann sich bei der “Katzenmutter” Monika Fölsche-Lahni unter Tel. 12316 melden.

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Am 26.09.2006 berichtete die Westfälische Rundschau.

Tierheim: Kurze Leine für Gassigänger

Unna. "Es wird so viel vom Ehrenamt geredet, und dennoch will man ausgerechnet an einer Stelle auf ehrenamtliche Hilfe verzichten." Daniela Danielzyk ernetet für diese Worte wohlwollendes Nicken. Ein Dutzend Tierfreunde sitzt im Café Bistro an der Luisenstraße. Sie alle sind ehrenamtliche Gassigänger - im Tierheim Ahlen, Hamm, Schwerte, Siegen, Iserlohn... Nur in Unna will man ihre Hilfe nicht - und das seit nunmehr zweieinhalb Jahren.

Im Ausschuss für Gesundheit im Oktober will die FDP einen Antrag stellen, ehrenamtliche Gassigänger im Unnaer Tierheim wieder zuzulassen. 30 Hundefreunde freuen sich, dass sie endlich wieder politisches Gehör gefunden haben. Ihre Anfragen wurden in der vergangenen Zeit immer wieder negativ beschieden. Es gab inzwischen unzählige Gespräche mit lokalen Spitzenpolitikern und zuständigen Dezernenten. Das Gassigeh-Verbot, eigentlich zeitlich befristet ausgesprochen, ist nie zurückgenommen worden.

“Ich verstehe nicht, wieso auf unsere Hilfe verzichtet wird”, sagt Joachim Mann. Die ehrenamtliche Hundeausführer kümmern sich um die Fellpflege, stellen einen sozialen Kontakt zu den Tieren her und können oft “sehr gut einschätzen, wie das Wesen des Tieres ist, das hilft bei der Vermittlung”, weiß Silke Hüsemann. Andernorts sei sie stets willkommen, nur in Unna nicht. Dabei stellen alle Gassi-Gänger dem Unnaer Tierheim zumindest die Optik betreffend Bestnoten aus. Das Tierheim an der Hammer Straße habe eine schöne Lage und sei optisch top. “In anderen Tierheimen gibt es aber viel mehr Kontakte, jede Menge Leben und auch eine höhere Vermittlungsquote von sogenannten Problemtieren”, will Daniela Danielzyk wissen.

Eben jene Problemtiere sorgten im März 2004 für das Gassigeh-Verbot, ausgesprochen damals noch von der zuständigen Kreis-Dezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer. Damals ging es um vier Staffordshire-Terrier, die an den königlichen Hof nach Saudi Arabien vermittelt wurden. Die lokalen Tierschützer und auch der Deutsche Tierschutzbund protestierten. Das Schicksal der Hunde ist ungewiss, es tauchte zwar ein ominöses Fax auf, das erklärte, zwei der vier Hunde hätten Kinder gebissen, die Tiere seien nun unter Polizeikontrolle. Die Echtheit des Faxes darf aber angezweifelt werden.Die Fronten verhärteten sich, als ein Hund im Tierheim auf einmal vergiftet in seinem Zwinger lag. Die Schuld schoben sich die Kreisverwaltung und die Gassigänger gegenseitig zu, am Ende stand der Rauswurf. Als dann auch noch einer Kreistierheim-Mitarbeiterin die Autoreifen zerstochen wurden, herrschte Funkstille. Auch wenn der zuständige Dezernent längst gewechselt hat - heute ist Norbert Hahn zuständig - wurde die Sanktion bis zum heutigen Tag nicht aufgehoben.

Dabei hat sich inzwischen einiges normalisiert: Die Gassigänger besuchen am Wochenende das Tierheim, dürfen mit den Tieren aber nicht spazieren gehen. "Es geht bei dieser ganzen Sache nicht um uns oder den Kreis", sagt Daniela Danielzyk. "Es geht nur um die Tiere, und das wird immer wieder vergessen." Am liebsten würden die Ehrenamtlichen jedem Kreispolitiker persönlich erklären, dass sie nur "Gutes für die Tiere wollen".

Daniela Danielzyk weiß, dass im Kielwasser von Tierfreunden oft Radikale mit- schwimmen. Wann immer so ein Thema irgendwo aufschlägt, hagelt es bei den zuständigen Stellen bitterböse Briefe und E-Mails. “Damit haben wir aber nichts zu tun", versichern die Gassi-Gänger. "Es geht uns doch nur um die Tiere.”

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Am 28.09.2006 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

FDP hat Gassigeh-Verbot im Visier

“Ehrenamtler wieder bei Kreistierheim einbinden” - Dezernent sieht aktuell keine Notwendigkeit

Kreis Unna. Zweieinhalb Jahre stehen die Helfer des Kreistierheims nun schon unter Gassigeh-Verbot. Für die FDP-Kreistagsfraktion eindeutig zu lange. Die freien Demokraten streben eine Normalisierung der Zusammenarbeit von freiwilligen Helfern und Kreistierheim an.

Hintergrund: Bereits zwei Mal sprach die damals zuständige Fach-Dezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer für die ehrenamtlichen Hundefreunde ein Spaziergeh-Verbot aus. Im Juli 2002 mussten fünf Helfer gehen, weil sie die Vermittlung von vier Hunden an den Enkel des saudischen Königs Fahd kritisiert hatten. Trauriger Höhepunkt der Spannungen dann Anfang 2004. Staffordshire-Bullterrier- Mischling Spike musste nach einer Vergiftung eingeschläfert werden. Gassigänger und Tierheim-Mitarbeiter schoben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu und übten jeweils heftig Kritik am anderen. Bis die Dezernentin die Reißleine zog und erneut ein Gassigeh-Verbot verhängte. Das hat bis heute Bestand. Die FDP- Fraktion des Kreistages will per Antrag an Landrat Makiolla eine Aufhebung des Verbots erreichen. Die ehrenamtlichen Gassigänger sollen wieder zum Ausführen der Hunde zugelassen werden. Zusätzlicher Vorschlag der Liberalen: Ein Beirat aus Politik, Verwaltung und ehrenamtlichen Helfern soll ins Leben gerufen werden, um die Kommunikation zwischen den Beteiligten zu verbessern und mögliche Konflikte schnell aus der Welt zu schaffen.

FDP-Fraktionsvorsitzender Sigurd Senkel:”Ehrenamtliches Engagement bildet in Zeiten zunehmender individalisierung einen Ausdruck positiven Engagementsfür das Gemeinwohl. Viele ehrenamtlich tätige Hundfreunde haben über Jahre bis 2004 die Hunde im Tierheim Unna ausgeführt und betreut, bis wegen heute nicht geklärter Zwischenfälle zum Ausschluss der Gassigänger geführt haben.” Nachdem eine Privatisierung des Kreistierheimes in absehbarer Zeit nicht zu konkretisieren sei, müsse das Interesse aller Beteiligten nun darin bestehen, über dreißig ehrenamtliche Helfer vor allem zum Wohle der Tiere wieder stärker in die Arbeit des Kreistierheims Unna einzubinden und ein Konzept zu entwickeln, welches den Bürgern, dem Tierheimpersonal und nicht zuletzt auch den Tieren gerecht werde. Kreis-Gesundheits-Dezernent Norbert Hahn sieht nach aktuellem Stand keine Notwendigkeit, ehrenamtliche Helfer in die Arbeitsabläufe einzubinden. “Die Tiere sind gut versorgt. Ein verantwortliches und ruhiges Arbeiten im Sinne der Tiere ist gewährleistet”, so Hahn gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Dennoch möchte er das derzeit noch bestehende Gassigeh-Verbot nicht als “kategorisches Nein bis zum Sanktnimmerleinstag” verstanden wissen. “Sobald sich abzeichnet, dass wir die gute Versorgung der Tiere nicht mehr aus eigenen Kräften stemmen können, werde ich mich sofort dem Problem stellen und auch das Gespräch mit den Ehrenamtlichen suchen.”

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Am 17.10.2006 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Gassigänger vor Rückkehr ins Tierheim

Politische Mehrheit für neues ehrenamtliches Engagement

Unna. Für die Rückkehr ehrenamtlicher Gassigänger ins Kreistierheim zeichnet sich eine politische Mehrheit ab. Am morgigen Mittwoch berät der zuständige Kreis- tagsausschuss darüber. Grundlage ist ein Antrag der FDP-Fraktion, das Angebot ehrenamtlichen Engagements so genannter Gassigänger nicht länger auszu- schlagen.

”Alles andere wäre unmöglich, denn überall wird zum Ehrenamt aufgerufen“, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende Sigurd Senkel. SPD, CDU und Grüne haben gegenüber unserer Redaktion Zustimmung signalisiert. Der Antrag sieht auch einen Beirat vor, der Konflikten vorbeugen soll. Auch hilfswillige Tierfreunde drängen darauf, sich ehrenamtlich betätigen zu dürfen.

Nachdem Anfang 2004 ein Mischlingshund unter rätselhaften Umständen verstorben war, hatte Gabriele Warminski-Leitheußer als damals zuständige Kreisdezernentin allen Gassigängern den Spaziergang mit den Hunden verboten (wir berichteten). Tierschützer hatten daraufhin wiederholt die Kritikunfähigkeit der Kreisverwaltung angemahnt und die Verwahreinrichtung herrenloser Tiere unter Generalverdacht wegen angeblicher Missstände gestellt. Eine Zeitlang belagerten sie das Heim geradezu.

Seit dem Hausverbot für die Gassigänger ist Ruhe eingekehrt. Die Kreisverwaltung wollte ihre Rückkehr jedoch lange nicht diskutieren, weil das Tierheim zwischenzeitlich privatisiert werden sollte. Diese Pläne sind seit Februar vom Tisch.

Drei Vollzeit-, vier Teilzeitangestellte sowie vier Ein-Euro-Jobber und Prakti- kanten kümmern sich derzeit um 29 Hunde, 42 Katzen und 24 Kleintiere. Sie gehen hin und wieder mit den Hunden spazieren. Ehrenamtliche gibt es nicht. Bewegung bekommen die Hunde aber auch in Ausläufen auf dem Gelände.

“Wir sind eine Auffangstation für Tiere in Not und nicht dafür da, Menschen eine Freizeitbeschäftigung zu bieten“, betont Kreissprecherin Constanze Rauert. Artgerechte Versorgung der Tiere stehe an erster Stelle, Spaziergänge seien “die Kür“. Eine klare Absage erteilt sie Gassigängern, die in der Vergangenheit wiederholt die Kompetenz des Tierheims infrage stellten. “Ehrenamtliche können nicht bestimmen, wie eine öffentliche Einrichtung arbeitet.“ Die Bezirksregierung habe an der Arbeit nichts auszusetzen.

Sollte ehrenamtliches Engagement nötig werden, will der Kreis auf den Tierschutzverein zurückgreifen. “Wir stehen Gewehr bei Fuß“, versichert die Vorsitzende Ursula Horn. Sollten fragwürdige Gassigänger von damals zurückkehren, “ziehen wir uns allerdings zurück“.

Sachlich über Gassigänger reden

“Differenziertes Vorgehen” der Verwaltung Offener Brief an die Ausschuss- mitglieder

Unna. Die Politik erhofft sich von der erneuten Diskussion um die “Gassigänger” eine sachlichere Auseinandersetzung als bisher. Kaum eine öffentliche Einrichtung steht so unter Beobachtung wie das Kreistierheim. Beschwerden von Bürgern gab es in der Vergangenheit regelmäßig. Nicht zuletzt deshalb stößt wohl die Idee der FDP zu einem Beirat aus Politik, Verwaltung und Ehrenamtlichen im Kreistag auf Zustimmung.

“Ich erwarte ein differenziertes Vorgehen der Verwaltung. Wer nicht zum Gassigänger getaugt hat, soll auch künftig draußen bleiben. Das trifft aber nicht auf das Gros der Ehrenamtlichen zu”, sagt Herbert Goldmann (Grüne). Er ist sich der Unterstützung seiner Fraktion für den FDP-Antrag sicher. Ulrike Becke signalisiert für die SPD ebenfalls Zustimmung. “Ich bin seit längerem dafür, einen neuen Rahmen für die Einbeziehung Ehrenamtlicher zu schaffen.” Ein begleitendes Gremium nach FDP-Vorschlag sei dazu vielleicht der richtige Weg. Die CDU will vor der Sitzung des zuständigen Kreisausschusses am Mittwoch noch den verantwortlichen Dezernenten Norbert Hahn hören. “Nicht zuletzt für die Tiere ist es gut, dass das Tierheim in den vergangenen beiden Jahren zur Ruhe gekommen ist”, betont Fraktionsmitglied Elsbeth Kiel.

Komme es zu erneutem ehrenamtlichen Engagement, sei darauf zu achten, dass es sich gleichmäßig verteile. “Es kann nicht sein, dass alle Gassigänger den gleichen Hund ausführen wollen.” Den Ausschussmitgliedern liegt ferner ein offener Brief von Birgit und Joachim Mann aus Holzwickede vor, in dem sie sich für das Ehrenamt stark machen. Auch die Manns waren als Gassigänger einst vor die Tür gesetzt worden, betonen aber heute: “es liegt uns fern, die Arbeitsatmosphäre im Tierheim zu stören. In unseren Reihen sind nicht die “Chaoten”, als die wir gern hingestellt werden.”

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Kommentar von Christian Stipeldey, Hellweger Anzeiger:

Die Diskussion um ehrenamtliches Engagement im Kreistierheim ist überfällig. In den zurückliegenden Monaten hatte der Kreis sie hinausgeschoben mit der Begrün- dung, einen potenziellen neuen privaten Betreiber nicht vor vollendete Tatsachen stellen zu wollen. Seit Februar ist klar: Das Tierheim bleibt in Kreishand. Zurecht drängen hilfswillige Tierfreunde nun darauf, das Ehrenamt neu zu diskutieren.

Dabei muss allerdings von vornherein klar sein, dass es kein Zurück zu den teils chaotischen Zuständen der vergangenen Jahre rund um die Gassigänger geben darf. Kein Zurück zu gegenseitigen Anfeindungen, kein Zurück zu den absurden Situationen, in denen Ehrenamtliche den Fachleuten vorschreiben wollten, was das Beste für die Tiere sei. Und vor allem kein Zurück zum Belagerungszustand des Tierheims, der es seinen Mitarbeitern nahezu unmöglich machte, sich um das Wohl der Tiere zu kümmern.

Der bekundete Hilfswille der Ehrenamtlichen, die nun in den Starlöchern stehen, ist grundsätzlich lobenswert. Ihr Engagement ist freiwillig, kostenlos und von der Politik gewollt. So wenig wie die Politik diese Bereitschaft gering schätzen sollte, sollten die Hilfswilligen wiederum nicht übersehen, dass allein das Tierheim, und nicht etwa sie selbst, den Rahmen für ihr Engagement vorgeben kann. Dem müssen sie sich unterordnen. Denn das Tierheim ist zunächst eine Notauffangsstation und kein Tierhotel. Es ist für Tiere in Notsituationen da und nicht für Gassigänger, die ein Hobby suchen. Dementsprechend gibt das Tierheim den Bedarf vor, weist die Tiere zu, kurz: setzt die Spielregeln fest.

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Am 17.10.2006 berichtete die Westfälische Rundschau.

Gassigänger können auf Unterstützung der SPD setzen

Unna. Die Gassigänger, die seit zweieinhalb Jahren keine Hunde mehr im Tierheim ausführen dürfen, fiebern dem morgigen Mittwoch entgegen. Im Kreisausschuss soll die Sanktion gegen die Ehrenämtler fallen.

SPD-Kreisfraktionsvorsitzender Heinz Steffen findet klare Worte: “Wenn wir im Kreis Unna ehrenamtliche Tätigkeiten akzeptieren, dann ohne Wenn und Aber, und dann darf es auch keine Einschränkungen geben.” Und weiter: “Es besteht kein Zweifel, dass im Kreis-Tierheim Handlungsbedarf besteht; die Kreis-Verwaltung muss nun dafür sorgen, dass die Gassigänger-Regelung in vernünftige Bahnen gelenkt wird.”

Wie berichtet, hatte die FDP einen entsprechenden Antrag formuliert, die Gassigänger im Kreis-Tierheim an der Hammer Straße wieder zuzulassen. “Das war eigentlich eine SPD-Idee”, behauptet Steffen, in dieser Sache wolle man sich aber nicht um das Urheberrecht streiten, es gehe um die Sache. und die sei unter- stützenswert.

Die FDP hatte den Vorschlag gemacht, einen Beirat aus Politik, Verwaltung und ehrenamtlichen Gassigängern zu gründen, der eventuelle Konflikte lösen soll.

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Am 19.10.2006 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Auflagen für neue Gassigänger

Landrat soll die Spielregeln setzen

Unna. Der Kreis-Ausschuss für Gesundheit und Verbraucherschutz hat gestern Nachmittag einstimmig dafür votiert, ehrenamtliche Gassigänger im Tierheim unter Auflagen wieder zuzulassen.

Nach dem rätselhaften Tod eines Hundes vor knapp drei Jahren hatte der Kreis sämtlichen Gassigängern Hausverbot erteilt. Der FDP-Antrag auf ihre Rückkehr (Bericht Dienstag auf den Seiten Stadt Unna) wurde gestern allerdings abgeändert. Der Beschluss: Ehrenamtliche Gassigänger für Hunde sind ab 2007 grundsätzlich wieder zugelassen. Der Ausschuss hat den Landrat beauftragt, dafür im Januar konkrete Rahmenbedingungen vorzustellen. “Es geht um Regeln, die Ehrenamt- liche unterschreiben müssen”, erläuterte Dezernent Norbert Hahn auf Anfrage. Den von der FDP geforderten Beirat soll es zunächst nicht geben. Nach einem Jahr will der Ausschuss Bilanz ziehen.

Bewusst wurde die Antrag-Formulierung “Die ehrenamtlichen Gassigänger” neu- tral in “Ehrenamtliche Gassigänger” geändert, “um die Vergangenheit hinter uns zu lassen”. erläuterte Hahn. Derzeit leben 27 Hunde, 43 Katzen und 28 Heimtiere im Tierheim. Die Verweildauer beträgt im Durchschnitt 20 Tage. 2005 betreute das Heim 260 Hunde, 280 Katzen und 150 Kleintiere.

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