website security

_______________________________________________________________________________

Am 17.01.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Wieder Streit mit Pferdezüchter

Dauerzwist lässt Reitern keine Ruhe

Holzwickede. Der umstrittene Pferdezüchter auf dessen Koppel am Kellerkopf im vergangenen Jahr eine Fohlengeburt im tiefstem Matsch für Aufsehen sorgte, bekommt erneut eine Anzeige. Diesmal soll er versucht haben, einer Gruppe von neun reitenden Jugendlichen die Pferde scheu zu machen, klagt ihn Reitlehrerin Delfmann an. Sie vermutet, der Dortmunder Züchter habe an den Jugendlichen seinen Frust auslassen wollen, weil er sie als Delfmanns Schüler erkannt hat. Vermutlich ein oder zwei Tage vor der Aktion haben er ein Schreiben von ihrem Anwalt erhalten, mutmaßte Ingrid Delfmann.                                                              

Seite 25

Reiter kommen nicht zur Ruhe

Erneute Anzeige gegen den Skandal-Züchter vom Kellerkopf

Hengsen. Neuer Ärger bei den Hengsener Reitern: Reitlehrerin Ingrid Delfmann will den umstrittenen Pferdezüchter vom Kellerkopf wegen Gefährdung ihrer Schüler anzeige.

Aktueller Streitanlass ist ein Vorfall vom Freitagnachmittag: Als neun ihrer Jugendlichen an der Koppel des Dormunders vorbeiritten, soll jener versucht haben, ihre Pferde scheu zu machen. “Er hat auf die Gruppe gewartet und wie wild geworden mit einer roten Plastikplane geschlagen. Als angeblicher Pferdekenner sollte ihm klar sein, dass so etwas dem roten Tuch beim Stierkampf entspricht”, sagt Reitlehrerin Ingrid Delfmann. Passiert sei nichts, aber ihr “Spezi” habe wissentlich das Leben von Kindern, Fußgängern und natürlich auch Pferden gefährdet

Zwischen der Reitlehrerin und dem Dortmunder Pferdezüchter herrscht seit langem ein gespanntes Verhältnis. Vor allem aber nach einer Rettungsaktion, mit der Ingrid Delfmann im vergangenen Juni einen Tierschutzskandal aufdeckte, sind sich die beiden alles andere als grün: Delfmann wurde von einer Anwohnerin zur Hilfe gerufen, als eine Stute auf der völlig matschigen Hanglage am Kellerkopf ein Fohlen zur Welt brachte - ohne dass der Hengst, der bei Pferden immer eine Gefahr für Neugeborene ist, zuvor von der Koppel verbannt worden wäre.

Delfmann brachte Stute und Fohlen im eigenen Stall in Sicherheit und ließ den Tierarzt kommen - dessen Rechnung sie inzwischen selbst bezahlen musste. Der Züchter allerdings zeigte für Delfmanns Aktion und die anschließende Anzeige beim Veterinäramt wenig Verständnis, und das dürfte nach Ingrid Delfmanns Einschätzung auch nun wieder ein Hintergrund für den Ausraster des Züchters gewesen sein. Er soll kurz zuvor Post von Delfmanns Anwalt bekommen haben.

_______________________________________________________________________________

Am 18.01.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Das Kreis-Tierheim soll in private Hände

SPD wagt nach ständiger Kritik Vorstoß

Unna. Nach den seit Jahren immer wieder aufkommenden Protesten gegen das Kreis-Tierheim, soll es nun in private Hände wandern. Das jedenfalls hat die SPD-Kreistagsfraktion vorgeschlagen.

Beispiele für gelungene Privatisierungen von Tierheimen gebe es in anderen Kommunen reichlich. Die meist von Tierschutzvereinen betriebenen Einrichtungen hätten den Vorteil, nicht nur auf zusätzliche Spendenmittel, sondern auch auf ehrenamtliches Engagement bauen zu können, sagte gestern der Fraktionsvorsitzende der Kreis-SPD, Heinz Steffen. Er regt an, eine Art Beirat für das Tierheim einzurichten, um die laufende Arbeit begleiten zu können.

Seite 17

SPD will Kreis-Tierheim in private Hände geben

Kreisverwaltung soll Umsetzung prüfen - Experten-Beirat soll Arbeit begleiten

Unna. Die Kritik an der Arbeitsweise im Kreis-Tierheim hat politisches Gehör gefunden. Die Einrichtung an der Hammer Straße soll privatisiert werden. Das schlägt die SPD-Kreistagsfraktion vor.

Die Beispiele in anderen Kommunen zeigen, dass eine Privatisierung erhebliche Vorteile mit sich bringe. Dort betrieben insbesondere Tierschutzvereine derartige Einrichtungen und könnten dabei nicht nur auf zusätzliche Spendenmittel, sondern auch auf ehrenamtliches Engagement bauen, sagte der Fraktionsvorsitzende der Kreis-SPD, Heinz Steffen. Und weiter: “Wir können uns gut vorstellen, dass eine derartige Lösung auch die Arbeit des Tierheims in Unna zusätzlich beflügelt.”

Steffen sprach auch von einem “Akt der Sprachlosigkeit”, der dieses Thema begleitet. Damit meinte er, auch wenn er es nicht ausspricht, die von Tierschützern oft angemahnte Kritikunfähigkeit der Kreisverwaltung.

 

Heinz Steffen,Fraktionsvorsitzender der Kreis-SPD

Immer wieder gab es in der Vergangenheit Streit zwischen Tierschützern und der zuständigen Dezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer (siehe Bericht “Protest der Gassigänger”). Die Situation eskalierte, als Gabriele Warminski-Leitheußer erst einigen Gassigängern Hausverbot erteilte und dann diesen Dienst komplett verbot.

 

Gabriele Warminski-Leitheußer, Kreis-Dezernentin

Dass diese Lücke nicht mit dem vorhandenen Personal aufgefangen werden kann, steht spätestens seit Ende vergangenen Jahres fest. Im Rahmen der so genannten Ein-Euro-Jobs arbeiten im Tierheim drei Langzeitarbeitslose mit. Deren Aufgabe ist unter anderem das Ausführen der Hunde.

Das Hausverbot für die Gassigänger konnte die Kritik am Tierheim nicht beenden. Auch Heinz Steffen wurde angesprochen und musste feststellen, dass in der Verwaltung eine “festgefahrene Situation” herrsche.

Der Schritt in die Privatisierung sollte nicht als Reaktion auf diese Kritik gewertet werden, betont Steffen. Dennoch schwingt in jedem seiner Worte die Unzufrieden- heit mit dem Verhalten der Verwaltung mit

Um die Arbeit des Kreis-Tierheims auf eine breitere Basis stellen zu können, plädiert die SPD-Fraktion dafür, einen Freundeskreis mit Experten ins Leben zu rufen. Er soll als Beirat die laufende Arbeit des Tierheims kurzfristig begleiten und fachliche Anregungen geben. Wie dieser Freundeskreis zusammengesetzt wird, steht noch nicht fest. Aufsichtsbehörde über das privatisierte Tierheim bleibt auf jeden Fall die Kreisverwaltung.

 

Wer macht’s?

Die SPD-Fraktion wünscht sich bezüglich der Privatisierung des Krei-Tierheims eine enge Absprache mit den Tierschutz- Organisationen im Kreis Unna. Absolute Voraussetzung sei es, einen privaten Betreiber zu finden, der moderne Anforderungen an den Betrieb eines Tierheims erfülle und “absolut seriös” arbeite. Der Unnaer Tierschutzverein wollte gestern noch keine Stellungnahme abgeben. “So lange nicht alle Hintergründe und Fakten bekannt sind, sagen wir dazu nichts”, sagte gestern die Vorsitzende Ursula Horn. nur soviel: “Das Wohl des Kreis- Tierheims liegt uns am Herzen”. Im Kreis-Tierheim arbeiten derzeit 6 Vollzeit- Mitarbeiter. Findet sich eine politische Mehrheit für den SPD-Vorschlag wünscht sich Heinz Steffen eine Umsetzung bis spätestens Sommer kommenden Jahres.

Protest der Gassigänger

Kaum eine öffentliche Einrichtung steht so unter Beobachtung wie das Kreis-Tierheim. Beschwerden von Bürgern gibt es regelmäßig. Die Situation eskalierte und sorgte für Schlagzeilen, als das Kreistierheim im Juli 2002 vier Hunde der Liste 1 (oft als so genannte Kampfhunde geführt) nach Saudi-Arabien vermittelte. Ein Enkel des saudischen Königs Ibn Abd Al Aziz hatte die Hunde in Unna “bestellt”. Tierschützer sorgten sich, dass diese Tiere im arabischen Königreich als Kampfmaschinen missbraucht werden. Fortan gab es immer wieder massive Beschwerden über das Kreis- Tierheim. Kreis-Dezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer verbot daraufhin fünf Gassigängern den Spaziergang mit den Patenhunden. Als Anfang 2004 ein Mischlingshund unter rätselhaften Umständen verstarb, setzte die Dezernentin alle 25 noch verbliebenen Gassigänger vor die Tür. Damit verstärkte sie aber nur den Protest, jetzt von Tierschützern aus dem ganzen Bundesgebiet. Im Sommer 2004 gab es dann eine große Demonstration gegen die Zustände in Unnas Tierheim.

_______________________________________________________________________________

Am 18.01.2005 berichtete die Westfälische Rundschau.

SPD: Tierheim privatisieren

Unna. (wig) Nicht nur einmal schieden sich an der Arbeit des Kreistierheims die Geister. Den Ärger um Gassigänger und Kampfhunde-Schicksale - bisweilen mit bundesweitem Echo - möchte die Kreis-SPD jetzt gern für immer loswerden: Durch eine Privatisierung der Station an der Hammer Straße.

Die Kreisverwaltung soll nach möglichen Betreibern suchen, die natürlich absolut seriös sein müssen, wie Fraktionschef Heinz Steffen gestern betonte. Grundsätzlich aber zeigten Erfahrungen in anderen Kommunen, dass eine Privatisierung erhebliche Vorteile brächte. “Wir können uns gut vorstellen, dass eine derartige Lösung auch die Arbeit des Tierheims in Unna zusätzlich beflügelt”, so Steffen.

Grundsätzlich vorstellbar wäre zum Beispiel der Tierschutzverein in Unna. “Wir werden das sehr genau prüfen”, sagte gestern Vorsitzende Ursula Horn, “können derzeit aber Überhaupt noch nicht sagen, ob wir eigene Kapazitäten für eine solche Aufgabe hätten.” Momentan sei der Verein mit dem Betrieb der eigenen Tierrettungsstation am Stuckenberg völlig ausgelastet. Ob eine Fusion in Frage käme, ob es andere Kooperationsmöglichkeiten gibt - alles sei offen und müsse sorgfältig untersucht werden. Eine Entscheidung könne ohnehin nur die Mitgliederversammlung treffen, betonte Horn. Verständnis für den SPD-Vorstoß habe sie in jedem Fall, so die Vorsitzende: “Weil die Arbeit der Behörde durch das ganze Theater mit den ehemaligen Gassi-Gängern ja fast zum Erliegen gekommen ist.”

Zu klären wäre, ob das derzeitige Tierheim-Personal (sechs Stellen) bei einer Privatisierung vom neuen Träger Übernommen werden könnte. Eine der Fragen, die die Kreisverwaltung jetzt abarbeiten will. Überlegungen in Richtung Privatisierung habe es übrigens auch früher schon einmal in der Verwaltung gegeben, betonte Kreissprecherin Constanze Rauert. Ein Partner sei aber bisher nicht gefunden worden. Zurzeit werden übrigens 29 Hunde, 14 Katzen, 3 Meer- schweinchen, 1 Kaninchen, 1 Ratte, 8 Kanarienvögel und 3 Wellensittiche im Tierheim an der Hammer Straße gepflegt.

_______________________________________________________________________________

Am 21.01.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

FDP für Privatisierung

Vorschlag der SPD zu Kreis-Tierheim wird von den Liberalen unterstützt

Unna. Auf uneingeschränkte Unterstützung der FDP- Kreistagsfraktion stößt der Vorschlag der SPD-Fraktion, das Kreis-Tierheim in Unna in private Hände zu geben.

“Die vielen unerfreulichen Vorgänge der vergangenen Jahre, vor allem seit Inkrafttreten der NRW-Hundeverordnung, haben gezeigt, dass die für das Kreistierheim Zuständigen beim Kreis nicht in der Lage sind, mit Konflikten und Krisen- situationen umzugehen”, erklärte der Fraktionsvorsitzende der Liberalen. “So wie hier mit den engagierten Tierfreunden, die sich ehrenamtlich eingebracht haben, umgesprungen worden ist, steht ganz im Gegensatz zu den eigentlichen Bemühungen des Kreises, das ehrenamtliche Engagement zu fördern.”

Zur Umwandlung in eine private Einrichtung gehöre allerdings ein solides Konzept für die Organisation und Finanzierung des Projekts. Die FDP ist aber überzeugt, dass sich aus den Kreisen der Tierfreunde und Tierschützer eine Initiative finden wird, die zusammen mit dem Kreis ein erfolgreiches Konzept erarbeiten und umsetzen kann.

_______________________________________________________________________________

Am 26.01.2005 berichtete der Stadtspiegel aus Unna.

Ob das Kreistierheim jetzt privatisiert wird?

Auch die Liberalen stimmen dem Vorschlag der SPD zu

Die Liberalen sind sich einig: Auf uneingeschränkte Unterstützung der FDP- Kreistagsfraktion stößt der Vorschlag der SPD-Fraktion, das Kreis-Tierheim in Unna in private Hände zu geben.

“Die vielen unerfreulichen Vorgänge der vergangenen Jahre, vor allem seit Inkrafttreten der NRW-Hundeverordnung, haben gezeigt, dass die für das Kreistierheim Zuständigen beim Kreis nicht in der Lage sind, mit Konflikten und Krisen- situationen umzugehen”, äußerte sich der Fraktions- vorsitzende der Liberalen. “So wie hier mit den engagierten Tierfreunden, die sich ehrenamtlich eingebracht haben, umgesprungen worden ist, steht ganz im Gegensatz zu den eigentlichen Bemühungen des Kreises, das ehrenamtliche Engagement zu fördern. Schließlich finanziert der Kreis mit erheblichen öffentlichen Mitteln den “Kreisel”, eine Einrichtung, die angeblich ausdrücklich das Ehrenamt fördern soll.”

Zur Umwandlung in eine private Einrichtung gehöre allerdings ein solides Konzept für die Organisation und Finanzierung des Projekts. Die Liberalen sind aber überzeugt, dass aus den Kreisen der Tierfreunde und Tierschützer sich eine Initiative finden wird, die zusammen mit dem Kreis Unna ein solches erfolgreiches Konzept erarbeiten und umsetzen könnte.

_______________________________________________________________________________

Am 24.02.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

 

Auch im Winter sind Elterntiere und Welpen durchgängig in Zwinger untergebracht, die keinerlei Schutz vor Wind und Kälte bieten. Diese Aufnahmen wurden von Tierschützern mit einem Foto-Handy geschossen.

Tierschützer wittern neuen Skandal in Hengsen

Anzeige gegen Hundezüchterin-Kreis bestätigt Unregelmäßig- keiten

Hengsen. Tierschützer machen einen erneuten Zuchtskandal in Hengsen aus: Diesmal gerät eine Familie ins Visier, die privat Hunde züchtet.

Die in Rheinland-Pfalz ansässige Initiative “Spitze in Not” hat Anzeige gegen die Zucht- und Haltungsbedingungen auf dem Grundstück der Hengsener Familie erstattet. Die Zucht von Großspitzen verstoße in mehreren Punkten gegen das Tierschutzgesetz (siehe Text “Brotbrei statt Hundefutter”). Sind die Vorwürfe stichhaltig, so hätte Hengsen einen erneuten Zuchtskandal. Erst im vergangenen Jahr wurde der Ort durch einen Vorfall am Kellerkopf erschüttert: Dort musste eine Reitlehrerin ein neugeborenes Fohlen buchstäblich aus dem Matsch ziehen.

Den Hundezüchtern wird nun vorgeworfen, die Tiere ohne Kälteschutz in viel zu kleinen Zwingern zu halten - ohne Auslauf, mit schlechter Ernährung und ohne ärztliche Versorgung. Dabei stützt sich die Anzeige auf Aussagen, die die Züchterin selbst gegenüber Tierschützern getätigt haben soll. Demnach halte sie viele Maßnahmen, die eine artgerechte Haltung ausmachen, einfach für zu teuer.

Die Mutter der angezeigten Züchterin bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass auch die Welpen ganzjährig in den windoffenen Zwingern gehalten würden. Allerdings bezeichnete sie das für den Spitz als artgerecht. “Diese Hunde können sie nur fünf Minuten mit hereinnehmen, dann hecheln sie wieder, um nach draußen zu kommen.” Dort würden die Hunde durchaus angemessen gepflegt: “Wenn alle Kinder auf der Welt so gut versorgt wären wie die Hunde, könnten wir Hallelujah singen”, erklärte sie.

Inspektionen vom Kreis

Gegen die Hundezucht hat es bereits mehrere Beschwerden gegeben. Das Kreisveterinäramt habe das Gehöft mehrfach inspiziert, wie Kreissprecherin Constanze Rauert nun erklärte. Dabei sei unter anderem beanstandet worden, dass Hunde auf zu geringem Raum gehalten würden. Die Betreiber bestätigten dies gestern: “Wir haben die Tiere dann auseinandergesperrt”, erklärte eine Angehörige der nun angezeigten Züchterin. “es waren Hunde, die vorher viele Jahre lang zusammengelebt haben. Kurz nachdem wir sie trennen mussten, starben sie - drei Stück innerhalb von 14 Tagen.

Seite 22

 

Zwei der Tier leben dauernd in Einzelhaltung und bekommen keinen Auslauf, bemängeln die Tierschützer.

Brotbrei statt Hundefutter

Die Liste der Vorwürfe gegen die Zucht ist lang

Nach Ansicht der Initiative “Spitze in Not” verstößt die Zucht auf dem Hengsener Gehöft gegen mehrere Vorschriften der Tierschutz-Hundeverordnung. Grundlage sollen dabei eigene Aussagen der Züchterin sein. Hier die einzelnen Vorwürfe, die auch Grundlage der Anzeige sind:

    Die Hunde bekommen selten Auslauf, zwei Rüden sogar überhaupt nicht

    Besagte Rüden sind dauerhaft allein in ihren Zwingern eingesperrt

    Diese Zwinger haben nicht die vorgeschriebene Größe von sechs Quadratmeter

    Der Boden wird nicht von Fäkalien gereinigt

    Ein Hundepaar ist dauerhaft in einem Zwinger untergebracht, so dass es zur Serienproduktion von Welpen kommt

    Auch die Welpen bleiben in dem offenen Zwinger, der keinen Schutz gegen Kälte bietet

    Welpen werden bereits im Alter von fünf Wochen verkauft

    Die Befütterung der Welpen erfolgt nicht mit geeignetem Futter, sondern mit eingeweichtem Brot

    Wasser steht nicht durchgängig zur Verfügung

    Ärztliche Untersuchungen und Impfungen erfolgen nach Erklärung der Züchterin nicht

    Einer der Rüden wies eine Kopfverletzung, die offenkundig nicht versorgt worden war

Kein Kauf beim “Vermehrer”

Selbst wenn man die Tierschutzaspekte außer Acht lassen könnte, sei grundsätzlich davon abzuraten, Welpen von so genannten “Hundevermehrern” zu kaufen, meint der Verein “Spitze in Not” . Eine nicht artgerechte Haltung in der Hundekindheit könnte bleibende Defizite bewirken - oder Störungen nach sich ziehen, die erst später auftreten. Jene Hunde seien anfälliger für Krankheiten und es seien auch psychische Auffälligkeiten bis hin zu aggressivem Verhalten zu beobachten.

Grundsätzlich sei der Kauf beim Privatzüchter allerdings eine günstige Option: Während ein Spitzwelpe beim anerkannten Profi 600 bis 700 Euro koste, sei er von Privat schon für 200 bis 250 zu beziehen. “Es gibt auch unter den Privaten sehr seriöse Züchter, die ihre Tiere artgerecht halten, gut pflegen und ihnen die notwendige Versorgung zukommen lassen”, sagt Werner Düro von “Spitze in Not”. “Diese Züchter verdienen aber auch nichts an den Hunden.”

_______________________________________________________________________________

Am 26.03.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierschützer wollen schnell helfen

Tierschutzverein kann entlaufene Hunde & Co. nicht lange unterbringen

Fröndenberg. Der Frühling bringt neben der allgemeinen Erleichterung auch einige Probleme mit sich. Terassen- und Balkontüren stehen offen, und die geliebten Haustiere laufen davon. Abgegeben werden sie meistens beim Tierschutz- verein.

“Wir haben aber meistens nicht die Möglichkeit, die Tiere länger als ein paar Stunden unterzubringen”, sagt Günter Wölm, Vorsitzender des heimischen Tierschutzvereins. Also muss der desorientierte Vierbeiner direkt ins Kreistierheim Unna gebracht werden. Deshalb bitten er und seine Mitstreiter Besitzer von Hunden, Katzen und Co., sich schnell an den Verein zu wenden. So könnte der Umweg über das Tierheim und einige Kosten vermieden werden. “Am besten sofort, wenn der Verlust des Tieres bemerkt wurde. Oft wenden sich die Finder der verirrten Tiere an uns”, spricht Wölm aus Erfahrung. Erst in der vergangenen Woche hatte es einen solchen Fall gegeben. “Der Besitzer hat sich aber leider erst bei uns gemeldet, als der Hund bereits im Tierheim war.” So sei es praktischer, wenn schon eine Vermisstenmeldung vorläge, so dass man das gefundene Tier sofort zuordnen könne.

Der Tierschutzverein Fröndenberg ist in solchen Fällen zu erreichen unter Tel.: 02378 / 2647.

_______________________________________________________________________________

Am 01.04.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierhilfe ruft selbst um Hilfe

Bloß noch eine Handvoll Aktive: Verein kämpft um seine Existenz

Kamen. Die fünf Mümmelmänner füttert Sandra Kotewitsch privat bei sich zu Hause durch. Nicht nur zur Osterzeit. Vier hat sie selbst schon. “Unsere wenigen Aktivisten” bemerkt Manuela Skibinsky frustriert, ackern mittlerweile rund um die Uhr.

Im zwölften Jahr Jahr nach ihrer Gründung stehen die “Tierfreunde Kamen” vor dem Abgrund. Der gemeinnützige Verein, der seit Dezember 1993 aberhunderte Katzen, Hunde und Kaninchen aufgelesen, geimpft, hochgepäppelt und wieder vermittelt hat, kann sich mittlerweile auf nur noch eine Handvoll zupackender Helfer Stützen.

Zugleich brechen die Spenden weg, und Sponsoren kann man mit der Lupe suchen. Alles in allem, bilanziert Manuela Skibinsky demoralisiert, ist es kaum noch zu schaffen. “Man macht und tut und rödelt. Wir fahren auf eigene Kosten zum Tierarzt, zu Vermittlungsstellen, holen Fundtiere ab, machen früh und spät die Katzenklos sauber. Es ist so viel Arbeit. Das schlaucht einfach.”

Die patente blonde Frau ist selbst erst vor kurzem zu den Tierfreunden gestoßen. Während Töchterchen Laura noch kindlich beglückt ganz von den romantischen Seiten des Tierschutzes gefangen ist, im Katzenhaus plüschige Miezen streichelt und dem Zwergkaninchen, das sich als Stallhase entpuppte und damit unerwünscht wurde, knackige Möhrchen zu knabbern gibt, stellte die junge Mutter einigermaßen entsetzt fest: Hier ackern ja nicht mal mehr ein Dutzend Leute. Die dafür rund um die Uhr. Denn ironischerweise brummte die Vermittlung gleichzeitig auf Hochtouren. “Und ausgerechnet jetzt”, Manuela Skibinsky deutet um sich, “muss auch noch groß renoviert werden.” Denn die gemietete Scheune auf dem Hof am Schnapperfeld ist mehr oder weniger in Auflösung begriffen.

“Wir brauchen Türen!”, betont Manuela Skibinsky eindringlich. “Wir brauchen Baumaterial. Wir brauchen dringend Sponsoren für Sachspenden.” Hier ist ein kompletter Umbau fällig, weiß auch Hasenmutter Sandra Kotewitsch, die sich der beiden verstoßenen Langohren Jonas Jap und Prue angenommen hat. “Draußen im Käfig ausgesetzt. Mitten im Winter”, sagt sie knapp. Seither ist Jonas auf einem Augen so gut wie blind. Dennoch  gelten auch für kränkelnde Vierbeiner strikte Abgabevorschriften. Nichts von wegen Hauptsache vermittelt, egal an wen. Das Mümmel-Duo geht nur im Duo weg, betont Tierfreundin Sandra. “Kaninchen leben im Rudel. Sie einzeln zu halten, womöglich noch in einem winzigen Käfig in einer Ecke im Kinderzimmer - das ist absolut grausam.”

_______________________________________________________________________________

Am 12.04.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

SPD-Kreistagsfraktion will Knoten vor der Sommerpause durchschlagen

Unna. Noch vor den Sommerferien soll die Privatisierung des Kreis-Tierheimes festgezogen werden. Das sieht der Fahrplan der Kreis-SPD vor.

Die Kreis-Verwaltung gibt indessen seit Wochen die gleiche Stellungnahme zum Thema ab: “Nichts Neues.” SPD-Kreistagsfraktionschef Heinz Steffen würde diesen Zwischenstand nicht unterschreiben. Bei ihm haben sich gleich mehrere Tierschutz-Organisationen gemeldet, die das Kreis-Tierheim gerne in privater Trägerschaft übernehmen würden. “Das Interesse ist sehr groß”, bestätigte Steffen. Und: “Vor der politischen Sommerpause wissen wir, wohin der Zug fährt.” Dabei gehe es nicht mehr um die Frage, ob das Tierheim in privater oder öffentlicher Regie geführt wird. “Das macht ein privater Anbieter”, sagt Steffen. Was mit den im Tierheim beschäftigten Mitarbeitern geschieht, sei noch offen. “Da findet sich eine Lösung”, ist Steffen überzeugt.

Jahrelang standen sich Tierschützer und die damals noch zuständige Dezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer mit geschlossenem Visier gegenüber. Nach immer lauter werdender Kritik an der Arbeitsweise im Tierheim, zum Teil auch mit nicht bewiesenen Beschuldigungen, zog die Dezernentin die Notbremse und verteilte an die so genannten Gassigänger Hausverbot. Die SPD kommentierte die rigorose Politik damals und auch heute mit den Worten: “Man kann sich auch einmal verkämpfen.”

Mit Norbert Hahn hat inzwischen der zuständige Dezernent gewechselt. “Die Gespräche laufen vielversprechend”, sagt Steffen.

Am liebsten wäre es Steffen, das Thema ist vor der Landtagswahl vom Tisch. Schließlich sind ihm noch die Auseinandersetzungen mit den Tierschützern während des Kommunalwahlkampfes gut in Erinnerung. “Das muss sich nicht wiederholen. Wir sind auf dem richtigen Weg”.

_______________________________________________________________________________

Am 10.05.2005 erschien in der Ruhr Nachrichten Lünen folgender Artikel.

Tierschutz hat oberste Priorität für Grüne

Kreistierheim

Lünen. "Tierschutz hat bei uns Priorität vor organisatorischen Überlegungen in Bezug auf das Kreistierheim", so Herbert Goldmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag. Nach einem Treffen mit der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Unna, Ursula Horn, fühlen sich die Grünen in ihren Positionen bestätigt.

Sie erinnern daran, dass der Tierschutz im Grundgesetz verankert sei und deswegen zu den staatlichen Aufgaben gehöre. "Davon kann man sich nicht einfach verabschieden", so Goldmann, zu Überlegungen des SPD- Fraktionsvorsitzenden Heinz Steffen, das Tierheim bis zum Sommer zu privatisieren. Die Privatisierung eines Tierheims sei auch kein Allheilmittel. Überprüfungen des Tierheims hätten immer wieder ergeben, dass das Tierheim hervorragend geführt werde. Die Initiative der SPD findet daher bei den Grünen wenig Gegenliebe.

Radikale Gruppen

Ausgelöst wurden diese Überlegungen durch das massive Auftreten einer kleinen radikalen Gruppe von Kampfhundefreunden, die nicht mit dem Tierschutzverein Unna gleichzusetzen sei, der mit seinen Mitgliedern seit Jahren in Unna eine vorbildliche Tierschutzarbeit vor Ort leiste und auch das Kreistierheim unterstütze. Als Träger käme daher für die Grünen nur der ortsansässige und verlässlich arbeitende Tierschutzverein Unna in Frage. Die Grünen warnen jedoch davor das ehrenamtliche Engagement zu überfordern.

"Das Führen eines Tierheims ist eine gewaltige finanzielle und organisatorische Herausforderung und kann nicht mal so eben nebenbei passieren", so Goldmann. In NRW würden bereits erst privat geführte Tierheime geschlossen. "Wir brauchen im Tierschutz verlässliche Strukturen und Kontinuität, um auch die ehrenamtlich Tätigen weiterhin zu motivieren", sagt Goldmann, der mit dem Tierschutzverein für den Erhalt der jetzigen Rahmenbedingungen kämpfen will.

_______________________________________________________________________________

Am 10.05.2005 erschien ein weiterer Artikel in der Ruhr Nachrichten Lünen.

Tierheim: Kosten überprüfen

Antrag der CDU

Lünen. Über den Betrieb des Kreistierheims diskutierte jüngst erneut die CDU-Kreistagsfraktion Unna. Bekanntlich sind die Kosten für das Tierheim in den letzten Jahren -1997 bis 2004- von knapp 92.000 Euro auf 275.000 Euro gestiegen. Durch einen Antrag, den die Fraktion in die Sitzung  des Ausschusses für Gesundheit und Verbraucherschutz am 24. Mai einbringt, soll sich dieser nun mit der Problematik befassen.

Die CDU-Fraktion beantragt, dass die Verwaltung mit einer Kostenprüfung des Betriebes beauftragt wird. “Wir sind sicher, dass hier Einsparpotenziale vorhanden sind und erwarten von der Verwaltung Vorschläge für die Umsetzung dieser Möglichkeiten”, so der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Wilhelm Jasperneite. Bei der Prüfung soll auch eine mögliche Privatisierung berücksichtigt werden. “Die Tatsache, dass der Kreis als Überwachungskörperschaft das Tierheim selbst betreibt, gibt Anlass genug zu dieser Maßnahme”, ergänzt Wilhelm Jasperneite.

_______________________________________________________________________________

Am 28.05.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierheim nur in gute Hände

Unna. Zur Frage des Betreiberwechsel  des Kreistierheims in Unna segnete am Dienstag der Ausschusses für Gesundheit und Verbraucherschutz einstimmig  die Rahmenbedingungen für eine baldige Ausschreibung ab. Damit steht das  Anforderungsprofil für einen künftigen Betreiber fest: Wichtigste Kriterien sind neben  formellen Erfordernissen, Seriösität und Gemeinnützigkeit,  ein solides Finanzkonzept ohne zusätzliche Kosten. Außerdem soll der Betreiber Mitglied im Deutschen Tierschutzbund sein, das bisherige Tierheimpersonal berücksichtigen und alle Aufgaben, die der Kreis Unna bisher wahrgenommen hat, erfüllen.

_______________________________________________________________________________

Am 03.06.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Qualität im Tierheim sichern

SPD macht Tempo bei Privatisierung

Unna. Noch vor der Sommerpause erwartet die SPD-Kreis- tagsfraktion erste Schritte für die Privatisierung des Kreis- tierheims an der Hammerstr.

Die Verwaltung ist beauftragt, auf der Grundlage der im Gesundheitsausschuss vorgestellten Rahmenbedingungen Vor- schläge zum künftigen Betrieb des Tierheims zu machen. Nächster Schritt wäre dann die Ausschreibung. Erfreut ist die SPD, dass sich auch die CDU der Initiative anschließe. Die SPD-Fraktion will nicht nur Einsparungen bei den Tierheim- Betriebskosten erzielen, sondern zugleich auch die fachliche Arbeit der Einrichtung absichern.

“Das Maß aller Dinge muss die Qualität der Tierpflege sein. Wenn dies zu günstigeren Konditionen möglich ist: um so besser”, sagt der stellvertretende Fraktions-Chef , Martin Wiggermann, gestern.

_______________________________________________________________________________

Die Westfälische Rundschau berichtete über das Agility-Fun-Turnier in Holzwickede.

Hundeschule Leppek & Schneider und Futterhaus organisierten Veranstaltung für guten Zweck.

Agility-Fun-Turnier: Spenden für die Arche 90

Holzwickede. (api) Ein Agility-Fun-Turnier für den guten Zweck hatten die Hundeschule Leppek & Schneider und das Futterhaus Holzwickede auf die Beine gestellt.

25 Hundeführer kamen mit ihren Vierbeinern und versuchten, trotz der Hitze mit viel Tempo die zwölf Hindernisse zu überwinden. Aber bei diesem Turnier standen eindeutig der Spaß im Vordergrund und der gute Zweck. Denn der Reinerlös des Turniers - genau 222,20 Euro - ging an die Tierschutz organisation Arche 90. Und hier war die Spende hoch willkommen. “Es werden immer mehr Tiere abgegeben, viele können sich ihre Tiere einfach nicht mehr leisten”, erklärt Gabi Bayer von Arche 90. Allein 150 Hunde warten bei Arche 90 dringend auf ein neues Zuhause. Aber auch die Kosten für die Behandlung kranker Tiere steigen immer mehr - darum sollen die 222,20 Euro auch für Tierarztkosten verwendet werden.

_______________________________________________________________________________

Am 13.07.2005 kommentierte Frau Anja Jungvogel vom Stadtspiegel Unna in der “Statt-Spiegel-Kolumne” die Versteigerung von gepiercten und tätowierten Schweineköpfen auf der Tattoo-Party in Unna.

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Aber Ethik sollte in unserem Kulturkreis zumindest einheitlich verstanden sein. Ich bin jedenfalls erschüttert, dass bei der Tattoo-Party zu Gunsten des Tierschutzvereins ein gepiercter und tätowierter Schweinskopf versteigert wird. Meinetwegen können auf dieser Veranstaltung so viele gebratenen Schweinsköpfe verspeist werden, wie sich “Gourmets” finden, für die so etwas eine Köstlichkeit ist. Das Angebot richtet sich immer nach der Nachfrage. Und diesen armen Schweinen ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Nur kann ich kein Verständniss dafür aufbringen, dass die Unnaer Tierschützer seit zwölf Jahren dankbar die Spenden annehmen, ohne sich Gedanken zu machen, auf welch traurige Art uns Weise das Geld zusammen gekommen ist. Einen toten Schweinskopf zu piercen und zu tätowieren, ist schon krank genug, aber ihn dann noch unter lautem Gejohle zu versteigern, grenzt an schamlose Verachtung der Tierwelt.

_______________________________________________________________________________

Am 19.08.2005 berichtete die Westfälische Rundschau.

Privatisierungsspuk am Tierheim beenden

Unna. "Wir freuen uns, dass nun auch die Tierschutzexperten der SPD endlich die Auffassung der Grünen bestätigen, dass das Kreistierheim gute Arbeit leistet", so Herbert Goldmann, Fraktionsvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen im Kreistag. Mit dieser Einschätzung könnte nun auch die von der SPD losgetretene Privatisierungsdiskussion ad acta gelegt werden, wie es die Grünen schon lange fordern. Ein privater Betreiber müsse mit denselben Tierarzt- und Futterkosten kalkulieren wie der Kreis und da mit den Tieren keine Zirkus-Vorführungen gemacht werden könnten, gebe es eben auch keine nennenswerten Einnahmen. Diese Rahmenbedingungen seien immer schon bekannt gewesen. Die Grünen fordern stattdessen, den eingeschlagenen Weg beizubehalten. Ein Tierheim in öffentlicher Hand garantiere am ehesten, dass entsprechende Transparenz hergestellt werde.

_______________________________________________________________________________

Am 20.08.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Kreis könnte gutes Herrchen bleiben

Privatisierung des Tierheims debattiert

Unna. Ob sich weiterhin die öffentliche Hand um die herrenlose Tiere kümmert, oder ob nicht doch ein Privatinvestor das Tierheim des Kreises übernehmen soll, steht in der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Verbraucherschutz am Dienstag erneut zur Debatte. Darin legt die Kreis- verwaltung einen Bericht zur Kostenentwicklung und eventuellen Einspar- möglichkeiten vor.

Derweil unterstützt die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen die öffentliche Lösung, für die sich nun auch die SPD ausspricht. In einer Pressemitteilung heißt es: “Wir freuen uns, dass nun auch die Tierschutzexperten der SPD endlich die Auffassung der Grünen bestätigen, dass das Kreistierheim gute Arbeit leistet.” Ein privater Betreiber müsse mit denselben Tierarzt- und Futterkosten kalkulieren, wie der Kreis und sei betriebswirtschaftlich nicht machbar. Bleibe das Heim in Kreishand, sei indes jene Transparenz der Tierhaltung gegeben, die zum Wohl der Tiere nötig sei.

Die öffentliche Sitzung am Dienstag, 23. August, beginnt um 16 Uhr im Spiegelsaal des Haus Opherdicke.

_______________________________________________________________________________

Am 22.08.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Signale zu Tierheim ernüchtert

Unna. “Damit wird sich für die Tiere nichts zum Besseren wenden.” Ernüchtert reagierte Tierschützerin Marita Redemann gestern auf die Aussicht, dass das Kreistierheim voraussichtlich doch nicht privatisiert wird.

Wie am Samstag auf unserer Kreisseite berichtet, spricht sich nach den Grünen nun auch die SPD des Kreistages dafür aus, das Tierheim in öffentlicher Hand zu belassen. Die Bündnisgrünen sehen sich damit in ihrer Auffassung bestätigt, dass ein Betreiber dieselben Tierarzt- und Futterkosten aufbringen müsste wie der Kreis; das sei betriebswirtschaftlich kaum darstellbar. Überdies könne nur ein öffentlicher Träger die Transparenz gewährleisten, die nötig sei, um das Wohl der Tiere zu garantieren.

Gerade dieses Wohl sieht Marita Redemann nicht garantiert. Die Ankündi- gung, dass aus der Privatisierung wohl nichts wird, frustriert sie. “Jetzt bleibt alles, wie es ist: schlecht.” Die zwischenzeitlich ins Emsland verzogene Unnaerin hatte die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände im  Tierheim - so seien angeblich Hunde verschwunden - im vorigen Jahr mit einer Gruppe Gleichgesinnter massiv angeprangert. “Jetzt hat man uns seitens der Parteien wohl wieder einen in die Weichteile gegeben”, meint sie bitter. “Wir hatten geschwiegen, um die Privatisierung nicht zu gefährden.” Diese wollen SPD und Grüne am Dienstag zu den Akten legen, um statt dessen über anderweitige Sparmöglichkeiten fürs Tierheim zu diskutieren.

_______________________________________________________________________________

Am 23.08.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tiere in der Warteschleife

Unna. Die Zukunft des Tierheims entscheidet sich zum Jahresende. Die Politik will zunächst die möglichen Betreiber der derzeitigen Kreis-Einrichtung begutachten und dann entscheiden, ob eine Privatisierung überhaupt möglich ist.

Seite 13

Tierheim - Zukunft ist bis Herbst offen

SPD will in Ruhe Bewerberspiegel sichten

Unna. Ob das Tierheim ein privates Herrchen bekommt oder doch in der Obhut des Kreises bleibt, ist für die SPD noch nicht abschließend diskutiert. “Wenn wir dem Tierheim bei unserem Besuch Ende Juli gute Arbeit bescheinigt haben, so bedeutet das nicht automatisch, dass damit negativ über eine Privatisierung entschieden ist”, betonte gestern Kreisgeschäftsführer Wulf Erdmann.

Wenn die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Gegenteiliges andeute, sei dies zum aktuellenn Zeitpunkt eine “Fehlinterpretation”, so Erdmann. Die erfreuliche Entwicklung, die die Sozialdemokraten momentan im Tierheim an der Hammer Straße beobachten, schließe anders als von den Grünen behauptet nicht per se einen Betreiberwechsel aus. “Wir haben vereinbart, dass wir uns nach den Sommerferien mit den Ergebnissen des Interessenbekundungs- verfahrens beschäftigen”, skizziert Wulf Erdmann die weiteren Schritte. “Das bedeutet, dass wir wie vorgesehen den Bewerberspiegel begutachten, den uns die Verwaltung im Herbst vorlegen wird.” Vor Ablauf von drei bis vier Monaten, so Erdmann abschließend, sei nichts entschieden.

_______________________________________________________________________________

Am 24.08.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Zukunft des Tierheims lahmt

Stop der Privatisierungsdebatte gefordert

Unna. Zurzeit werden keine Einsparmöglichkeiten für das Kreistierheim gesehen - zumindest bei gleichbleibendem Qualitätsniveau. Das machte die Verwaltung in der Ausschussitzung für Gesundheit und Verbraucherschutz deutlich.

Einig waren sich die Fraktionen, dass das Tierheim gute Arbeit leiste. Deshalb versuchte auch Regina Müller-Hinz vom Bündnis 90/Die Grünen der momen- tanen Privatisierungsdiskussionen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sie schlug vor, den bisherigen Weg beizubehalten und die Debatte über einen neuen, privaten Träger ad acta zu legen. Denn schließlich würden die wesentlichen Kostenfaktoren wie Personal- oder Futterkosten auch ähnlich aussehen, wenn ein Privatinvestor das Kreistierheim in seine Hände nimmt.

Sigurd Senkel, FDP, rückte dagegen das laufende Markterkundungsverfahren in den Mittelpunkt. Er kritisierte den in den Rahmenbedingungen verankerten Punkt, das der neue Träger auch Mitglied im Deutschen Tierschutzbund sein müsse. Sein Vorschlag, um das Bewerberfeld zu erweitern: die Rahmenbedingungen um andere Dachverbände zu ergänzen. Der Vorschlag hingegen stieß bei Kreis-Jugend und Gesundheitsdezernent Norbert Hahn nicht auf Gegenliebe. Außerdem könne eine “Änderung der Rahmenbedingungen und Entscheidungen über die weitere Zukunft des Kreistierheims letztlich nur in Absprache mit den Kommunen erfolgen”, betonte Hahn.

Schließlich einigte man sich darauf, die Verwaltung damit zu beauftragen, eine Auflistung weiterer relevanter Dachverbände zu erstellen und dies in der nächsten Sitzung als Diskussionsgrundlage zu verwenden. Damit wäre die Diskussion über ein neues Herrchen für das Tierheim um weitere Wochen vertagt.

_______________________________________________________________________________

Am 05.11.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Klage wegen Hundesteuer

Kritik an der Einstufung von Bullterriern

Kamen. Die Eheleute Diester fühlen sich ungerecht behandelt. Als Besitzer von zwei Bullterriern fnden sie, dass sie zu hohe Steuern für ihre Vierbeiner zahlen.

368 Euro pro Jahr müssen die Diesters für Dolina und Nikita abführen. “Das ist nicht in Ordnung”, findet Gabriele Diester. Sie und ihr Mann müssen mehr Steuern bezahlen, weil ihre Bullterrier als Kampfhunde gelten. Nach dem Landeshunde- gesetz NRW 2003 müssen Halter bestimmter Rassen wesentlich mehr Steuern be- rappen. Als Abschreckung, heißt es. Das kann Gabriele Diester nicht verstehen. Seit über 20 Jahren haben sie und ihr Mann immer Bullterrier gehabt. “In der ganzen Zeit hat keiner unserer Hunde jemals auch nur irgendwem etwas getan. Das sind keine Kampfhunde.” Außerdem, fügt sie hinzu, handele es sich bei ihren Vierbeinern um Ausstellungshunde, denen bei einem Wesenstest bescheinigt worden ist, dass sie keinen Maulkorb tragen müssen. “Deshalb”,so Gabriele Diester, “sehen wir nicht eine, so hohe Steuern zu zahlen, nur weil die Politiker ihr Gewissen beruhigen wollen, indem sie so tun, als würden sie konstruktiv handeln. So etwas machen wir nicht nicht.”

Konkret bedeutet das: die Diesters haben Klage gegen die Stadt eingereicht. Das Verfahren läuft. Reinhard Lantin vom Bürgerratbüro möchte sich aus diesem Grund nicht zu dem Rechtsstreit äußern. Nur so viel steht für ihn fest: “Wir richten uns lediglich nach dem Gesetz. Ich halte die Klage der Diesters objektiv für falsch.” Lantins Angaben nach sind die Methleraner die einzigen Besitzer von Kampfhunden, die sich gegen die erhöhten Steuern bei der Stadt beschwert haben. Gabriele Diester fühlt sich dennoch im Recht: “Wir halten Dolina und Nikita ausschließlich auf unserem Grundstück. Sie stellen somit keine potenzielle Gefahr für die Mitbürger dar.”

_______________________________________________________________________________

Am 09.11.2005 berichtete der Stadtspiegel aus Unna.

Die Tierärztin, die zum Haustier kommt

“Der stressfreie Tierarztbesuch führt von der Arztpraxis in die vertraute Umgebung des Tieres hinein.” Zu dieser Erkenntnis kam Dr. Doerte Kaufmann nachdem sie in ihrer langjährigen Praxistätigkeit immer wieder feststellen musste, wie verängstigt viele Tiere in den Arzträumen reagierten. Sie strukturierte die Sprechstunde ihrer Kleintierpraxis in Herne kurzerhand um und bietet nun die Hälfte ihrer Sprechstunden mobil als “Tierärtzlichen Besuchsdienst” an. In dieser Zeit behandelt die Tierärztin Hunde, Katzen und Heimtiere nach Terminabsprache. Telefon 0162 / 23 85 44 9, in deren vertrauter Umgebung. Durch den günstigen Umstand, dass Dr. Kaufmann in Unna wohnt, kann der Service im Kreis Unna genutzt werden.

_______________________________________________________________________________

Am 10.11.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierheim-Pläne in der Kritik

Grüne: Briefe an fragwürdige Verbände

Unna. Scharfe Kritik in Sachen Tierheim üben die Grünen an der Kreisverwaltung: Im Zuge der Privatisierungspläne habe sie fragwürdige Tierschutzverbände angeschrieben. Die Grünen monierten im Kreisgesundheitsausschuss Briefe an das “Deutsche Tierhilfswerk” und die Organisation “Europäischer Tier- und Natur- schutz (ETN)”.

Die Kreisverwaltung hatte unter anderem diese Verbände gebeten, ihr mögliches Interesse am Tierheim zu bekunden. “Wir sind fassungslos, dass die gerichtlich bekannten Organisationen als anerkannte Dachverbände bezeichnet und zu Gesprächen gebeten werden”, sagt Fraktionschef Herbert Goldmann. “Genauso gut könnte man die Mafia einladen, eine Drogentherapie zu übernehmen” - Anspielungen auf die Verurteilung dreier Vorstandsmitglieder des “Deutschen Tierhilfswerkes” wegen Veruntreuung von Vereinsgeldern. Trotz der Kritik blieb die Verwaltungsvorlage unverändert.

Die Auffassung der Grünen teilt Ursula Horn, Vorsitzende des Tierschutzvereins Unna. “Wir wollen nicht, dass das Tierheim in falsche Hände gerät.” Bei einer Übernahme durch ETN befürchtet Horn die “Überschwemmung mit ausländischen Tieren”, weil die Organisation in großem Stil Tiere nach Deutschland hole. Überrascht war Horn, im Ausschuss zu hören, dass der Tierschutzverein als Bewerber für das Tierheim gilt. “Eine Bewerbung liegt nicht vor, unsere Mitgliederversammlung wurde nicht einmal befragt. Wir haben auch kein Interesse an einer Übernahme.”

_______________________________________________________________________________

Am 11.11.2005 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Bewerber um Tierheim gleich behandeln

Dezernent Norbert Hahn weist Kritik der Grünen als vorschnell zurück

Unna. Kreis-Dezernent Norbert Hahn weist die Kritik der Grünen an der Markterkundung als vorschnell zurück. “Was in der Vergangenheit in Geschäftsführungen passiert ist, ist nachrangig”, sagte der Gesundheitsdezernent gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Der Kreis habe “bekannte Dachverbände unvoreingenommen angeschrieben” (s. Kasten). Es handle sich ausnahmslos um eingetragene Vereine mit “erkennbarer Grundseriösität”.

Der Initiativbrief der Kreisverwaltung diene der Sondierung. Rückmeldungen lägen bisher vom “Bund gegen den Missbrauch der Tiere” und “Bundesverband Tierschutz” vor. “Es ist keine Antwort dabei, die uns sagt: Der Bewerber ist es”, sagte Hahn. Zum Monatsende will der Kreis die Rückmeldungen gemeinsam mit Mitarbeitern der Kommunen Lünen, Bergkamen, Selm und Holzwickede bewerten. “Einzige Frage ist: Haben wir jemanden, der in der Lage ist, ein Tierheim dieser Größenordnung zu führen”, sagte Hahn. Das Kreistierheim hat einen Jahresetat von gut 200.000 Euro. Fünf Mitarbeiter in der Tierpflege, davon zwei Aus- zubildende, teilen sich rechnerisch 3,98 Stellen.

Um den Zuschlag zu erhalten, müsse der Bewerber beweisen, dass er verlässlich weiterarbeiten kann und nicht von wechselnden Vorständen abhängig ist. “Bevor wir Kandidaten einladen, werden wir intensiver über sie recherchieren”, versprach der Dezernent. Auf ein Verhandlungsziel wollte er sich nicht festlegen: “Ich bin völlig ergebnisoffen.” Grünen-Fraktionschef Herbert Goldmann hatte zwei Verbände, die der Kreis um ihr mögliches Interesse am Kreistierheim gebeten hatte, als fragwürdig bezeichnet, weil Vorstandsmitglieder Vereinsgelder veruntreut hatten. Tierschutzvereinsvorsitzende Ursula Horn hatte diese Kritik am “Deutschen Tierhilfswerk” und am “Europäischen Tier- und Naturschutz” bestätigt.

Der Kreis hat folgende Verbände gebeten, ihr mögliches Interesse am Kreistierheim zu bekunden: Deutscher Tierschutzbund (Bonn),  Bund gegen Missbrauch der Tiere (München), Bundesverband Tierschutz, Deutsches Tierhilfs- werk (Ziemetshausen), Menschen für Tierrechte (Aachen), Europäischen Tier- und Naturschutz (Bonn).

_______________________________________________________________________________

© 2002-2016 Tierschutz-Unna