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Am 05.03.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Rätselhafter Hundetod

Das Kreistierheim entlässt nach der Erkrankung eines Mischlingshundes 25 ehrenamtliche Gassigänger und stellt Anzeige bei der Staatsanwaltschaft

Unna. Ein toter Hund, aufgebrachte Tierschützer und enttäuschte Gassigänger: Anderthalb Jahre nach der Affäre um das Kreistierheim wird die Geduld der zuständigen Dezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer wieder gegen den Strich gebürstet.

Nach der rätselhaften Erkrankung eines Hundes im Tierheim an der Hammer Straße müssen 25 ehrenamtliche Gassigänger ab sofort draußen bleiben. Denn Warminski-Leitheußer und ihre Veterinäre haben einen schrecklichen Verdacht: Jemand könnte “Spike” vergiftet haben.

Der kranke, apathisch wirkende Stafford-Bullterier- Mischling wurde am 26. Januar eingeschläfert. Was eine Diskussion über angebliche Tierheim-Missstände in einem Tierschützer-Internetforum ausufern ließ. Dessen Betreiberin Heike Beckmann, Vorsitzende der Tierschutzorganisation Arche 90, erkundigte sich deshalb am 30. Januar nach einem anonymen Hinweis, vermutlich aus Gassigänger-Kreisen, nach Spikes Schicksal.

Dezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer antwortete: “Sie können versichert sein, dass die gegen mein Tierheimpersonal erhobenen Vorwürfe haltlos sind. Ich habe mich davon überzeugt, dass meine Mitarbeiter den ihnen anvertrauten Tieren eine ordnungsgemäße Betreuung zukommen lassen”

Toxikologisches Gutachten über Spikes Tod

Doch woran litt das Tier? Bei einer Sektion des Kadavers im Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt in Arnsberg konnte das zunächst angenommene Nierenleiden nicht bestätigt werden, so die Kreis-Veterinärin Dr. Anja Dirksen. Bis Anfang April werden Ergebnisse einer toxikologischen Untersuchung erwartet. Eine Vergiftung des Tieres schließt die Tierärztin nicht aus.

Dieser Verdacht veranlasste Dezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer, bei der Staatsanwaltschaft Dortmund Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu stellen. Außerdem hielt sie es für unausweichlich, zum zweiten Mal nach Juli 2002 ehrenamtlichen Gassigänger vor die Tür zu setzen.

Damals mussten fünf ehrenamtliche Hundeführer gehen, weil sie die Vermittlung von vier Hunden an den Enkel des saudischen Königs Faht kritisiert hatten. Diesmal müssen bis zur Klärung von Spikes Leidensursachen alle Gassigänger gehen. “So lange die Ermittlungen laufen, wird das Tierheim auf die Mitarbeit der ehrenamtlichen Gassigänger verzichten. Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der Tiere”, ließ Warminski-Leitheußer mitteilen.

Der Betreiberin des Internetforums, Heike Beckmann stehen die anonymen Hinweise über angebliche Tierheim- Misstände bis “Oberkannte Unterlippe”. Warminski- Leitheußer reagierte auf die Gerüchteküche, indem sie die Behauptung zurückwies, Tiere im Kreistierheim würden systematisch mit Beruhigungsmitteln ruhig gestellt oder diese Medikamente würden gar überdosiert.

Auch Heike Beckmann von der Tierschutzorganisation Arche 90 geht bisher davon aus, dass das Tierheim gute Bedingungen für die Tiere bietet. 626 herrenlose Hunde, Katzen und Nagetiere fanden im vorigen Jahr im Kreistierheim vorübergehend ein neues Zuhause. Zahlreiche Tiere wurden vermittelt. Auch Politiker stellten sich vor Monaten hinter die Tierheim-Mitarbeiter.

 

Das Kreistierheim will auf ehrenamtliche Hundeausführer vorerst verzichten. Auslauf beschränkt sich für die Hunde so lange auf sieben Außengehege. Heute sollen die Gassigänger über die Entscheidung der Kreisverwaltung informiert werden.                                                                                                                                                                     _______________________________________________________________________________

Am 06.03.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierheim-Hunde müssen kürzer treten

Nach dem Ausschluss ehrenamtlicher Gassigänger: “Hunde leiden darunter”

Unna. Mobbing unter den Gassigängern und Vorwürfe gegen Tierschützer: Der jüngste Zoff um das Kreistierheim ist der Gipfel einer Hetzkampagne aus Kreisen der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Das berichteten gestern zwei Gassigängerinnen gegenüber unserer Zeitung. Der Kreis Unna hatte entschieden, vorerst auf die Mitarbeit von insgesamt 25 Tierfreunden zu verzichten (Bericht von gestern).

Auslöser der Entscheidung von Dezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer war die Erkrankung des Mischlinghundes Spike, der am 26. Januar wegen seines Leidens eingeschläfert wurde. Daraufhin war in einem Tierschützer-Internetforum (www.arche90.de) unter anderem von “unglaublichen Machenschaften zu Lasten der Tiere” die Rede. “Es gab eine Hetzkampagne im Internet, die der Kreis Unna sich auf Dauer nicht gefallen lassen kann”, kommentierte eine der Gassigängerinnen, Renate Raulf, den Ausschluss aller Hundeausführer.

Das Bemühen des Kreis-Tierheims um Einbindung von Ehrenamtlichen hat durch Querelen einen Rückschlag erlitten. 25 Helfer führten die Hunde viermal wöchentlich bis zu anderthalb Stunden lang aus. Jetzt müssen die Vierbeiner mit Außengehegen vorlieb nehmen. “Es sind wenige, die eine Hetzkampagne veranstalten, und die Hunde müssen jetzt darunter leiden”, sagte die Gassigängerin Annette Zimmermann. Sie und Renate Raulf gehören dem Tierschutzverein Unna an.

 

Eine weitere Gassigängerin, Daniela Danielzyk bedauerte gestern im Radiosender Antenne Unna den Ausschluss der Ehrenamtlichen. Sie gehört zum Lager jener Gassigänger, die im Kreis-Tierheim Miss-Stände beobachtet haben wollen - etwa Unterernährung von Hunden. “Das ist völliger Unsinn” meint dagegen Annette Zimmermann. ”Ich gehe seit sechs Jahren ins Tierheim, ich kann das nicht bestätigen”. Daniela Danielzyk bemängelte, dass das Tierheim zu spät auf ihre Meldung, dass Spike krank sei, reagiert und einen Tierarzt eingeschaltet habe. Der Tierpfleger ging laut Kreis Unna zunächst von einer Magenverstimmung aus.

Gesundheitsdezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer betonte, sie wolle auf die Gassigänger verzichten, bis die Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz abgeschlossen seien. “Ich verdächtige niemanden”, sagte sie. Nach Hinweisen der Veterinäre, der Hund könne vergiftet worden sein, habe sie zum Schutz der Tiere so entscheiden müssen. “Unser Ziel ist ja, die Tiere ordnungsgemäß zu versorgen und sie weiter zu vermitteln”.

Immerhin dürfen die Gassigänger die Hunde besuchen. Ein Hausverbot gibt es laut Dezernentin nicht.

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Am 12.03.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Gassigänger holen sich Rechtsbeistand

Ehrenamtliche Hundeausführer protestieren gegen den Ausschluss aus dem Tierheim

Unna. Den Ausschluss aus dem Kreistierheim wollen die ehrenamtlichen Hundeausführer nicht hinnehmen. Sie haben einen Rechtsanwalt eingeschaltet, wie gestern Daniela Danielzyk erklärte. Die Bönenerin spricht nach eigenen Angaben für “über 30 Gassigänger”, deren Mitarbeit nach der ungeklärten Erkrankung eines Tierheim - Hundes vorerst nicht erwünscht ist.

Kreis-Gesundheitsdezernentin Gabriele Warminski- Leitheußer hat die Gassigänger so lange ausgeschlossen, bis die von ihr bei der Staatsanwaltschaft angestrengten Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz abgeschlossen sind. Dabei geht es um den Mischlingshund Spike, der Ende Januar wegen seines Leidens eingeschläfert wurde. Ob Gift die Ursache der Erkrankung war, soll eine toxikologische Untersuchung klären.

Nicht alle Hundeausführer gehören der von Danielzyk vertretenen “Interessengemeinschaft der ehrenamtlichen Hundeausführer” an. Drei Gassigänger, die dem Tierschutzverein Unna angehören, werfen der Interessengemeinschaft vor, Miss - Stände im Tierheim zu sehen, wo keine seien. Daniela Danielzyk widerum sieht sich durch Spikes Tod in ihrem Vorwurf bestätigt, dass es Miss - Stände im Tierheim gebe. Dagegen meint die Gassigängerin Renate Raulf: “Ich glaube nicht, dass der Hund bewusst vergiftet wurde, weder von den Gassigängern noch von Tierheim-Mitarbeiter. Ein Hund kann immer krank werden”.

 

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Am 16.06.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Schwere Geburt im Matsch

Holzwickede. Ihren Sonntagnachmittag hat Ingrid Delfmann als Geburtshelferin auf einer völlig aufgeweichten Pferdekoppel verbracht.

“Den Geruch nach Gülle kriegt man aus Klamotten und Schuhen gar nicht wieder raus,” berichtet sie. Ist aber froh, dass sich der Einsatz gelohnt habe.

Die Betreiberin des Reiterhofes Delfmann wurde von einer Anwohnerin am Kellerkopf telefonisch gebeten, sich um ein gerade geborenes Fohlen zu kümmern. Der Besitzer der Pferde auf der Weide am Kellerkopf war leider nirgendwo aufzutreiben. Die Zustände am Kellerkopf sind der Reiterin schon lange ein Dorn im Auge. Polizei und Veterinäramt waren aufgrund ihrer Anzeige in der Vergangenheit schon vor Ort.

Nach dem Regen der vergangenen Tage, so der Bericht der Pferdefrau, war der Boden der steilen Weide total aufgeweicht. Einen Unterstand für die drei Friesenstuten und einen Hengst gibt es nicht, prangert Delfmann an. Und weiter wirft sie dem Pferdebesitzer vor, die tragende Stute nicht rechtzeitig ins trockene gebracht und von dem Hengst getrennt zu haben.

Die Stute habe ihr Fohlen in Hanglage und Matsche regelrecht “verloren”. Es sei den Abhang hinunter gerutscht und vor eine Mauer geprallt. Der Hengst, gar nicht begeistert von dem Neuzuwachs, ging auf das Fohlen los, konnte es aber glücklicherweise nicht erreichen, weil er im Morast stecken blieb.

Nach tierärtzlicher Untersuchung wurden Stute und Fohlen versorgt und auf dem Reiterhof Delfmann untergebracht.

 

Eine Fohlengeburt unter denkbar schlechten Umständen rief am Sonntag Tierfreunde und Polizei auf den Plan                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Foto:privat

Auch an diesem Sonntag hatte Ingrid Delfmann die Polizei alarmiert. Laut Pressestelle haben die Beamten den Fall aufgenommen. Die Informationen seien an das Kreisveterinäramt weitergeleitet worden.

Die zuständige Behörde beim Kreis Unna ist aber am Sonntag noch nicht eingeschaltet worden. Wie die Kreispressestelle gestern auf Anfrage mitteilte, ist das Veterinäramt erst zum Wochenbeginn mit den Vorkommnissen konfrontiert worden. Dabei wäre die Behörde die einzige gewesen, die die Entscheidung über den Verbleib der Tiere hätte treffen dürfen, hieß es. Kreissprecherin Constanze Rauert versicherte gestern, dass bereits Kontakt mit allen Beteiligten aufgenommen wurde, der Fall genau geprüft und es Auflagen zur Pferdehaltung am Kellerkopf geben werde.

Dass die Situation für eine Fohlengeburt tierschutzrechtlich nicht in Ordnung war, sei unbestritten.

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Am 18.06.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Gift ließ Hund im Tierheim leiden

Affäre um ehrenamtliche Gassigänger im Kreistierheim: Laborergebnis liegt vor

Unna. Die Spuren eines Rheuma-Mittels im Körper eines toten Hundes liefern der Gassigänger-Affäre im Kreistierheim neue Nahrung.

Der neunjährige Tierheim-Hund Spike war Anfang des Jahres unerklärlich erkrankt und wurde am 26. Januar eingeschläfert. Weil aus Kreisen der ehrenamtlichen Hundeausführer Verdacht geäußert wurde, dass der Hund vergiftet worden sei, veranlasste der Kreis eine toxikologische Untersuchung. Außerdem setzte Gesundheitsdezernentin Gabriele Warminski-Leitheußer die Hundeausführer vor die Tür und erstattete Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Viereinhalb Monate nach der rätselhaften Erkrankung von Spike liegt nun das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung vor. Im Körpergewebe des Staffordshire-Bullterier-Mischlings fanden Mitarbeiter des forensisch- toxikologischen Zentrums in München Spuren einer “sehr hohen Dosis eines Rheuma-Mittels”, so Kreissprecherin Constanze Rauert. “Bei dem Medikament handelt es sich um ein humanmedizinisches rezeptpflichtiges Präparat”, sagte sie.

Das Münchner Institut wurde eingeschaltet, weil das Staatliche Veterinär- untersuchungsamt in Arnsberg bei der Sektion des eingeschläferten Hundes die Ursache für die Erkrankung nicht eindeutig klären konnte. Laut Rauert litt das Tier unter einem Nierenleiden. Das Münchner Labor entdeckte in den Proben des Mageninhalts, der Leber und des Blutes das Rheumamittel.

Wie die giftige Dosis des Medikaments in den Körper des Hundes kam und ob tatsächlich jemand den Hund bewusst vergiftete, ist ungeklärt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dortmund dauern nach Angaben der Kreisverwaltung an. Die ehrenamtlichen Gassigänger müssen vorerst draußen bleiben. Wie auch immer das Gift in den Körper des Hundes kam, die Verlierer der Gassigänger-Affäre stehen fest: Die Hunde im Kreistierheim müssen ihren Auslauf vorerst beschränken.

 

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Am 19.06.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Gassigänger fordern Rückkehr ins Tierheim

”Big Brother“ am Hunde-Domizil: Tierheim wird von Hundefreunden regelrecht observiert

Unna. Das Kreistierheim kommt in der Gassigänger-Affäre nicht zur Ruhe. In Tierschützerkreisen steht die Verwahreinrichtung für herrenlose Hunde seit Monaten unter Generalverdacht wegen angeblicher Misstände. Durch die rätselhafte Erkrankung eines Hundes, die durch ein Rheuma-Mittel für Menschen ausgelöst wurde, spitzte sich der Konflikt zwischen den ehrenamtlichen Gassigängern und Kreis zu (Bericht von gestern). Bis zur Aufklärung der Vergiftung des Hundes setzte Gesundheitsdezernentin Gabriele Warminski- Leitheußer die rund 30 ehrenamtlichen Hundeausführer vor die Tür, die Staatsanwalt ist eingeschaltet.

Gestern veröffentlichte Ex-Gassigängerin Daniela Danielzyk aus Bönen ein von ihr und drei weiteren Tierfreunden unterzeichnetes Beschwerdeschreiben an Landrat Gerd Achenbach. Sie fordern, die Hundeausführer wieder zuzulassen und listen -offenbar mit großem Detailwissen- angebliche Versäumnisse bei der Versorgung von Tieren und der Gewährung von Auslauf auf. Nach Angaben aus dem Kreishaus wird das Tierheim regelrecht von den Tierschützern observiert.

Unterdessen erklärte Kreissprecherin Constanze Rauert, der Hund Tyson sei nach drei Beißvorfällen -zwei gegen Menschen- am Mittwoch eingeschläfert worden. Tierschützer hatten zuvor im Internet Aufrufe versandt, Tyson zu retten. cfi

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Am 25.06.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Gassigänger rufen zu Demo auf

Vor die Tür gesetzte ehrenamtliche Hundeausführer kündigen Protest gegen angebliche Misstände im Kreistierheim an - Kreis weist Vorwürfe zurück

Unna. Nach dem Ausschluss aus dem Kreistierheim protestieren ehrenamtliche Hundeausführer am Samstag gegen angebliche Misstände in der Auffangstation. Die Gassigänger, die Ende Januar nach der ungeklärten Vergiftung eines Hundes vor die Tür gesetzt worden waren, wollen eine “Mahnwache” abhalten und anschließend in die Unnaer Innenstadt wandern. Das kündigte Daniela Danielzyk aus Bönen an. nach eigenen Angaben Sprecherin von rund 30 Hundeausführern.

Seit Monaten werden aus den Kreisen der Gassigänger Vorwürfe gegen das Kreistierheim erhoben. Hunde würden “willkürlich getötet, anstatt sie zu vermitteln oder an Vereine abzugeben”, heißt es in dem Demonstrationsaufruf. Danielzyk bezieht sich auf zwei eingeschläferte Hunde, den amerikanischen Pittbullterrier Tyson und den Staffordshire Mischling Spike.

 

Eingeschläferte Hunde: Spike(l.) erkrankte rätselhaft, Tyson wurde nach drei Beißvorfällen getötet.                                                                                                                                                                                Fotos: privat

Spike wurde am 26. Januar nach einer rätselhaften Erkrankung eingeschläfert. Bei einer toxikologischen Untersuchung, die der Kreis Unna in Auftrag gegeben hatte, entdeckte ein eingeschaltetes Münchner Labor Spuren eines Rheuma-Mittels, das für Menschen bestimmt ist. Der Kreis Unna erstattete Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und schloss die Hundeausführer aus, bis der Verdacht der Vergiftung geklärt und die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen sind.

Tyson wiederum wurde am 16. Juli eingeschläfert. “Es gab drei Beißvorfälle, zweimal gegen Menschen, einmal gegen einen anderen Hund, der gestorben ist”, begründete Kreis-Pressesprecherin Constanze Rauert die Tötung des Tieres. Der Berliner Andreas Lehmann, der die Demonstration am Samstag angemeldet hat, kritisierte die Entscheidung, denn er habe den Hund in seine Obhut nehmen und so vor dem Tod bewahren wollen. Rauert erklärte, nach den Beißvorfällen habe der Kreis die Vermittlung des bissigen Hundes nicht verantworten könnnen.

Weitere Kritik der Gassigänger an dem Auslauf der Hunde, an der Ausstattung des Tierheims und angeblicher Mängel bei der Betreuung kommentierte die Sprecherin nicht. “Das sind seit Jahr und Tag bekannte Vorwürfe, die durch Widerholung nicht besser werden”, sagte sie. Die Aufsichtsbehörde habe das Tierheim nicht beanstandet

Die Demonstration vor dem Kreistierheim, Hammer Straße 117, soll am Samstag um 11.30 Uhr beginnen. Veranstalter Andreas Lehmann habe rund 150 Demonstrationsteilnehmer angemeldet, erklärte Polizeisprecherin Ute Hellmann. Angesichts der Demonstration wird der Kreis Unna das Tierheim abweichend von der Regel an diesem Samstag schließen. “Die Vorstellung, dass Demonstranten an den Käfigen vorbeigehen, verträgt sich nicht damit, die Tiere stressfrei unterzubringen”, sagte Kreis-Sprecherin Constanze Rauert.

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Am 26.06.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Distanz zur Demo

Tierschutzverein gegen Mahnwache

Unna. Der Tierschutzverein Unna nimmt das Kreistierheim gegen die Kritik ehrenamtlicher Hundeausführer in Schutz.

Die Vorsitzende Ursula Horn distanzierte sich gestern von einer für heute angekündigten Demonstration am Kreistierheim. Die dortige “Mahnwache”, so ein Veranstalter aus Berlin, richtet sich gegen angebliche Misstände im Tierheim und wird von ehemaligen ehrenamtlichen Gassigängern aus dem Raum unterstützt.

Die Gassigänger waren nach der rätselhaften Erkrankung eines Hundes vom Tierheim-Träger Kreis Unna ausgeschlossen worden. “Die Ausstattung des Heims ist von der Bezirksregierung überprüft und für gut befunden worden, das sehen wir auch so”, erklärte Ursula Horn. Die von den “Mahnwachen”-Veranstaltern kritisierte Tötung des Hundes Tyson sei gerechtfertigt gewesen, weil er Menschen mehrfach gebissen habe.

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Am 29.06.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

”Mahnwache” vor dem Tierheim

Protestler reisten aus ganz Deutschland an

Königsborn. 40 Menschen und 20 Hunde haben gegen die Zustände in Unnas Tierheim demonstriert. Die Aktion startete mit einer “Mahnwache” vor dem Kreistierheim . Dann ging es zum Marktplatz, um die Bevölkerung über die Misstände zu informieren. Angeführt wurden die Tierfreunde von Andreas Lehmann, einem bundesweit agierenden Hunderechtsakti- visten aus Berlin.

Der Ärger über das Tierheim begann, als die ehrenamtlichen Gassigänger nach dem ungeklärten Tod eines Staffordshire- Mischlings bis zum Abschluss der polizeilichen Ermittlungen von ihren Aufgaben entbunden wurden. Im Einzelfall kann das tragisch sein, wie Sarah Höhn berichtete: “Ich bin vier Monate lang mit Falko Gassi gegangen, da haben wir eine persönliche Beziehung aufgebaut”. Jetzt sieht die 18-Jährige den Stafford-Terrier nur noch Samstags von 11 bis 12 Uhr durch die Gitterstäbe seines Zwingers. Untereinander sind die Tierschützer offenbar sehr gut vernetzt: Die Demonstranten kamen aus Berlin, Bremen oder Siegen. Gisela Brandt, Mitglied der “Kampf-Schmuser-Gemeinde”, war aus Recklinghausen angereist. Obwohl sie das Tierheim in Unna bis vor kurzem gar nicht kannte, ist für sie klar: “Dort werden Hunde vergiftet”. Sie wendet sich auch allgemein gegen die “Obrigkeit des Tierheims”.

 

Offiziell nicht mit von der Partie war am Samstag der Tierschutzverein Unna. Das ärgerte die wenigen Mitglieder, die demonstrierten, wie der frustrierte Joachim Mann: “Ich glaube, ich werde aus dem Verein austreten”. Der 52-jährige Holwickeder will stattdessen vielleicht eine Ortsgruppe des Vereins “Tierschutz Arche” gründen.

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Am 29.06.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Pferdefreunde bleiben weiter wachsam

Auflagen für die Zucht am Kellerkopf milder als von Tierschützern verlangt

Holzwickede. Tierschützer hegen Zweifel, ob die Auflagen für die Pferdezucht am Kellerkopf weit genug gehen. Sie wollen die Anlage selbst überwachen.

Am Freitag verhängte der Kreis eine Ordnungsverfügung gegen den Halter, dessen Pferde auf einer Hanglage im Morast vegetieren müssen. Details gab Kreissprecherin Constance Rauert nicht bekannt. Nur so viel: Die Auflagen beträfen drei Bereiche, nämlich die Haltung und Unterbringung, die Fütterung und Maßnahmen für Trächtigkeit von Stuten und die Geburt von Fohlen. Diese Auflagen seien ab sofort gültig; ihre Einhaltung werde vom Kreis kontrolliert. Wie das geschehen soll, gab der Kreis ebenfalls nicht bekannt. “Das dürfen Sie gerne uns überlassen”, erklärte die Kreissprecherin auf entsprechende Nachfragen.

Bei Pferdefreunden erregt die mangelnde Auskunftsfreude der Kreis-Behörde unterdessen neuen Argwohn. Vielleicht zu Recht: Andeutungsweise ließ Constanze Rauert erkennen, dass die Auflagen des Kreises milder sind, als die Tierschützer es sich wünschen. “Unser Klientel sind die Tiere, nicht die Tierschützer”, erklärte sie. Die Behörde müsse auch die Rechte des Betroffenen berücksichtigen. “Den Dissens, der daraus entsteht, müssen wir einfach aushalten”, sagte Frau Rauert.

Reitlehrerin Ingrid Delfmann, die vor zwei Wochen eine Stute mit ihrem Neugeborenen von der Weide am Kellerkopf gerettet hat, will sich damit nicht abfinden. Die Anwohnerin, die Ingrid Delfmann seinerzeit zur Hilfe gerufen hatte, werde weiterhin ein Auge auf die Zucht halten und bei Bedarf erneut Alarm schlagen, kündigte die Reitlehrerin nach einer entsprechenden Absprache an.

Die angebliche “erkennbaren Änderungsabsichten”, die der Halter von der Kreisverwaltung attestiert bekommt, könne sie selbst nicht bestätigen, sagt Ingrid Delfmann. Seit acht Jahren gebe es immer wieder Anzeigen gegen den Züchter. Selbst bei echter Läuterung dürfte er Probleme haben, eine tiergerechte Zucht aufzubauen: Die Weide sei per se ungeeignet, weil es kein Wasser und keine Möglichkeit zum Ausmisten gebe. Bei starkem Regen verwandelt sich der Hang zwangsläufig in eine matschige Rutschbahn, auf der Pferde kaum Halt finden.

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Am 30.06.2004 berichtete der Stadtspiegel aus Unna.

Gassigänger erheben schwere Vorwürfe

Streit zwischen den Tierschützern und Kreis Unna geht weiter. Heftige Vorwürfe erhoben Gassigänger bei einer Demo gegen die Bediensteten des Kreistierheims und die Kreisverwaltung.

Damit erreichte der Streit um die Tierhaltung und angebliche Vorfälle im Kreistierheim seinen vorläufigen Höhepunkt. Die Sprecherin der Tierschützer und ehemalige Gassigängerin fasst zusammen, was in den Gesichtern und auf den Plakaten der Tierschützer zu lesen ist. “Wir sind wütend und werfen dem Tierheim schwere Verfehlungen bei der Haltung der Hunde vor.

Wer hat den Hund vergiftet?

Der konkrete Anlass: Der neunjährige Staffordshire-Bullterier “Spike”, der in der Obhut des Kreistierheims war, ist nachweislich mit einem nur für Menschen geeigneten Rheumamittel vergiftet worden. Doch bis heute ist nicht geklärt, wer das Tier vergiftet hat. Das Tierheim bezichtigt die Gassigänger, die Gassigänger, die inzwischen Hausverbot haben, bezichtigen das Tierheim.

Mit ihrem mehrstündigen Marsch vom Tierheim über die Hammerstraße bis in die Innenstadt wollten die Tierschützer auf ihre Vorwürfe und Forderungen aufmerksam machen. Bei allen ungeklärten Fragen ist es wohl Tatsache, dass es keine konstruktive Kommunikation zwischen dem Kreistierheim und den Tierschützern mehr gibt. Daran wird die Demonstration wohl auch wenig geändert haben. Das Tierheim war am Tag der Demo zum Schutz der Tiere vorsorglich geschlossen worden. Cat

 

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Am 27.07.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Hoher Gast im Hundezwinger

Regierungsvizepräsident Heiko Michael Kosow besichtigt Kreistierheim

Unna. Die Zwei- und Vierbeiner im Kreistierheim an der Hammer Straße hatten kürzlich hohen Besuch aus Arnsberg.

Um sich selbst eine Meinung bilden zu können, besuchte Regierungsvizepräsident Heiko Michael Kosow das Tierheim und führte Gespräche mit den Verantworlichen. Die Begehung erfolgte gemeinsam mit der Gesundheitsdezernentin des Kreises, Gabriele Warminski-Leitheußer, Vertretern der Kreis-Veterinärbehörde und der Tierheimleitung. Anlass des Besuchs waren gegen das Tierheim gerichtete Vorwürfe.

Der Vize-RP überzeugte sich davon, dass sich sowohl die Tiere als auch die Zwinger und Außenanlagen in einem guten Zustand befinden. Auf Nachfragen zu den von ehemaligen ehrenamtlichen Gassigängern öffentlich erhobenen Vorwürfen wurden laut Georg Hennecke, stellvertretender Pressesprecher der Bezirksregierung, zufriedenstellende Antworten gegeben. Fazit: Die Hunde werden tierschutzgerecht versorgt. Sie erhalten genug Auslauf, haben regelmäßige Sozialkontakte mit dem Personal und werden, soweit verträglich, artgerecht in Kleingruppen gehalten. Kosow sah die Ergebnisse der Kontrollen durch seine Behörde vor einigen Wochen bestätigt: “Es gibt an der Einrichtung nichts auszusetzen”.

 

Das Kreistierheim und seine Bewohner machte auf den Vize-Regierungspräsidenten einen guten Eindruck

Archivbild

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Am 29.07.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Ben sucht festen Wohnsitz

Neue Anfeindungen gegen Tierheim nach Besuch aus Arnsberg

Unna. Ehemalige Gassigänger und Tierfreunde machen weiter mobil gegen das Kreistierheim.

Der Besuch der Regierungvizepräsidenten bei den Vierbeinern an der Hammer Straße und dessen löbliche Äußerungen (wir berichteten) über die Einrichtungen löste eine neue Welle von Protesten und Anfeindungen aus, die überwiegend anonym und nur schwer beweisbar in der Redaktion eintrafen. Während Tierschützer über Todesfälle der vergangenen Monate, und das Schicksal einige sogenannter Kampfhunde, die nach Saudi-Arabien abgegeben wurden, spekulieren, sitzen zurzeit 36 Hunde und 30 Katzen in den Käfigen und warten auf neue Familien. Geimpft, entwurmt kastriert gechippt - so sollen die Tiere an liebevolle Menschen abgegeben werden.

Unterdessen bezeichnen die Tierheim-Kritiker die Aussage der Bezirksregierung über den “guten Zustand” von Tieren und Anlage als verspäteten Aprilscherz und kritisieren, dass der Besuch angemeldet war und demzufolge im Tierheim entsprechende Vorkehrungen getroffen worden seien. Nur überraschende Kontrollen könnten die Missstände aufdecken, so der Tenor. Kritisiert werden zu wenig Sozialkontakte und zu wenig Auslauf. Außerdem wird die Gefährlichkeit von eingeschläferten Hunden angezweifelt.

Beim Vize-RP Heiko Kosow hat eine Briefschreiberin um einen Gesprächstermin gebeten. Der Kreis selbst hat seine Stellungnahme allgemein zugänglich ins Internet - www. kreis-unna. de - gestellt. Weitere Verlautbarungen soll es nicht mehr geben, hieß es gestern in der Pressestelle. Und weiter: “Die ständigen Wiederholungen unberechtigter Vorwürfe erhöht nicht deren Wahrheitsgehalt.”

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Am 05.08.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Demo für die Gassigänger

Unna. Die Organisation “Hunde in Not” ruft zur Demonstration für die Rückkehr ehrenamtlicher Gassigänger ins Kreistierheim auf. Start ist Samstag um 11.30 Uhr am Kreishaus. Gemeinsam wird zum Infostand auf dem Alten Markt marschiert. Die Gassigänger waren ausgeschlossen worden, nachdem ein Hund unter ungeklärten Umständen an Gift erkrankt war.

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Am 06.08.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Tierheim geschlossen

Kreis: “Personelle Engpässe”

Unna. Wegen personeller Engpässe in der Ferienzeit bleibt das Kreis-Tierheim morgen geschlossen.

Diese Entscheidung habe nichts mit der angekündigten Demo für die ehrenamtlichen Gassigänger am Samstag (wir berichteten) zu tun, erklärte Kreissprecherin Constanze Rauert auf Anfrage. Urlaub und ein Krankheitsfall seien die Hintergründe. Es sei Personal anwesend für die Versorgung der Tiere. Das aber habe keine Zeit sich auch um Besucher zu kümmern. Da stehen die Tiere an erster Stelle.

Eine telefonische Kontaktaufnahme unter 69505 vor einem Besuch ist zu den Öffnungszeiten montags uns samstags 10 bis 12 Uhr, dienstags von 13.30 bis 15.30 Uhr und donnerstags von 13.30 bis 16 Uhr möglich. Über 30 Hunde und ebenso viele Katzen warten derzeit an der Hammer Straße auf neue Familien. Denn das Heim kann nur eine Übergangslösung sein.

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Am 09.08.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

 

Gut 30 Tierfreunde marschierten am Samstag vom Kreishaus in die Innenstadt, um für die Tiere im Kreistierheim und die ehemaligen freiwilligen Gassigänger zu werben. Bekanntlich schwelt der Streit zwischen Kreis und einer Gruppe von Tierfreunden schon seit längerer Zeit, seit ein Hund nach einer mysteriösen Krankheit eingeschläfert wurde. Damals erhielten die Gassigänger Hausverbot. Und seither prangern sie öffentlich vermeintliche Misstände im Tierheim an der Hammer Straße an. Die mit personellen Engpässen begründete Schließung des Tierheims am Demo-Samstag (wir berichteten) bringen die Aktivisten jetzt natürlich mit ihrem Protest in Verbindung.

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Am 31.08.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Eine neue Chance für gequälte Hunde

Oberadener resozialisiert die Vierbeiner und sucht für sie ein neues Heim

Oberaden. Tierschutz ist für viele eine lobenswerte Sache, doch die wenigsten engagieren sich aktiv dafür. Anders Klaus Amsberg. Für den Bergkamener ist Tierschutz nicht nur ein Wort, sondern eine Lebensaufgabe geworden.

 

Dass sie ihn lieben, das sieht man und Klaus Amsberg hat ebenfalls sein Herz an die Hunde verloren.

                                                                                                                                                           Foto: Milk

Sieben Hunde wohnen mit ihm zusammen auf seinem großen Grundstück. Die Schäferhunde Julietta, Balou und Rocky sowie der Bernersennen-Collie-Mix Bobo sind seine eigenen treuen Begleiter. Doch zusätzlich kümmert er sich noch um drei Pflegehunde: Gina, Rocky II und Saskia. In Zusammenarbeit mit dem Ennepetaler Tierschutzverein Animal Shelter (Animal Shelter = englisch für Tierschutz) schult er die Tiere, damit sie anschließend in gute Hände abgegeben werden können. Meistens muss er gravierende Erziehungsfehler der Vorbesitzer mühsam und mit viel Geduld wieder ausmerzen. Alles begann vor zweieinhalb Jahren, als Klaus Amsberg sein Grundstück kaufte, damit seine beiden eigenen Hunde Platz genug zum Toben und Wohlfühlen haben. Doch für zwei Hunde alleine kam ihm der Garten fast zu groß vor. “So kam ich auf die Idee, für den Tierschutz was zu machen”, erinnert er sich noch gut, wie er an seinen ersten Pflegehund kam. Doch das Herz des Tierfreundes war mindestens so groß wie sein Grundstück und so beschloss er, im hinteren Teil eine Zwingeranlage zu errichten, in der er schwer erziehbare Hunde langsam wieder an die Gesellschaft gewöhnen konnte. “Das Resozialisieren von Hunden macht mir einen Riesenspaß”, erklärte er. 28 Quadratmeter groß sind die Boxen und damit 18 Quadratmeter über der gesetzlich vorgeschriebenen Größe für die Haltung von Großhunden. Doch trotz der geräumigen Boxen soll das Zwingerleben für die Hunde die Ausnahme bleiben. “Wir halten die Tiere in Gruppen im Haus”, so Klaus Amsberg.

Im Zwinger wohnt seit drei Monaten der Schäferhund Rocky. Der zweijährige Rüde hat in seinem kurzen Leben eine Menge menschlicher Grausamkeiten über sich ergehen lassen müssen. Ein Polizist meinte den damaligen Welpen nur mit Prügel erziehen zu können. Schließlich landete Rocky als Wachhund auf einem Bauhof und fristete ein trauriges, ödes Dasein in einem Zwinger. Als eines Tages die Zwingertür nicht richtig verschlossen war, riss der frustrierte Hund aus und biss einen vorbeifahrenden Fahrradfahrer. Animal Shelter und Klaus Amsberg waren die letzte Rettung für Rocky. Nur knapp entkam er der Todesspritze. Nun kümmert sich Amsberg darum, aus dem ehemaligen “hoffnungslosen Fall” einen soliden Kameraden zu formen. Doch der Weg ist noch weit: “Es dauert noch ein Jahr, bis ich ihn so weit habe, dass er vermittelt werden kann”, spekuliert er. Bis dahin freut er sich über die kleinen Erfolge, die Rocky macht. “Mittlerweile kann ich ihn streicheln.”

So wie Rocky haben auch Klaus Amsbergs anderen Pflegehund ihre eigenen Hundeschicksale. Die fünfjährige Schäferhündin Gina wurde Opfer von falscher Tierliebe. Ein 90-jähriger Rentner überfütterte das hübsche Tier so sehr, dass sie kaum noch gehen konnte. “Sicher hat er es nicht böse gemeint”, so Amsberg, “aber das war wirklich lebens- gefährlich für das Tier.” Sieben Kilo hat Gina mittlerweile abgespeckt und auch ans regelmäßige Spazieren gehen hat sie sich inzwischen gewöhnt. Auch Mischlingsdame Saskia war dem Tod geweiht. Die zweijährige Hündin aus dem Urlaubs paradies Mallorca sollte sterben, weil streunende Tiere den Behörden ein Dorn im Auge sind. Nun tobt sie zusammen mit den anderen ausgelassen im Garten. Für Saskia beginnt bald ein neues Leben bei einer neuen, tierlieben Familie, denn sie wurde schon vermittelt. Doch auch die zukünftigen Besitzer stehen nicht ohne Hilfe da. “Wir bringen die Hunde zu den Menschen, schauen uns alles genauestens an bevor wir vermitteln und besuchen die Tiere auch später um zu sehen, wie sich alles entwickelt”, erklärt der Tierschützer.

Wer einem Wesen von Animal Shelter ein neues Zuhause bieten möchte, kann sich auf der Internetseite www. animal-shelter. de darüber genau informieren. Außerdem nimmt der gemeinnützige Verein auch gerne Spenden entgegen. Nicht nur in Geldform, wie Klaus Amsberg bestätigt: “Wir brauchen immer alte Decken, Hundeleinen, Spielzeug wie Bälle und so weiter, darüber freuen wir uns und vor allem natürlich die Hunde.”

 

Gemeinsam toben, das machte den Schäferhunden von Klaus Amsberg Spaß.  Foto: Milk

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Am 15.09.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Hundesport gerettet: Die Kläranlage kommt

Verein vergibt Anträge - Neubau ab 04. Oktober - “Notfalls abstottern”

Holzwickede. Für die Hundesportler geht das Vereinsleben weiter: In zweieinhalb Wochen kommt die neue Kläranlage.

Auf eine Förderaussage von der Bezirksregierung wollte der Verein nicht mehr warten: Ende September läuft die Betriebsgenehmigung für die derzeitige, nicht mehr normgerechte Kleinkläranlage auf dem Vereinsgelände aus. Und damit wäre wohl auch das Kapitel Hundeerziehung in Holzwickede am Ende gewesen. Nun hat der Verein kurzerhand einen Bauunternehmer beauftragt, der das Zwangs-Aus für den Vereinsbetrieb verhindern soll: Am 4. Oktober fällt am Ölpfad der Startschuss für den Einbau, der binnen einer Woche über die Bühne gehen soll, wie der Vereinsvorsitzende Friedhelm Schaub nun erklärte.

Für die wenigen Tage, die die alte Anlage auch im Oktober noch arbeiten muss, habe der Kreis Unna, der den Verein seinerzeit erst vor das Ultimatum gestellt hat, überraschend unbürokratisch eine Fristverlängerung gewährt - aber eben nur, weil der Bauunternehmer bereits beauftragt ist. Den Verein stürzt dies in eben die Probleme, für die er bereits seit Monaten einen Ausweg sucht: Auch mit Eigenleistungen werde die neue Kleinkläranlage mindestens 16.000 Euro kosten, doch die Vereinskasse gibt nur 7.000 Euro her.

Letzte Hoffnung für den Verein ist zurzeit die Sparkasse. Zusammen mit Bürgermeister Jens Rother, der im Verwaltungsrat der Sparkasse sitzt, hat Schaub gestern einen Spendenantrag auf den Weg gebracht. Rother versprach, seinen Einfluss geltend zu machen - doch eine Bewilligung der Summe kann er natürlich auch nicht garantieren. Sollte der Verein die fehlenden 9.000 Euro nicht über Spenden be- kommen, will Schaub selbst aus seinem Privatvermögen in die Vorfinanzierung gehen, damit die Hundesportler den Betrag “abstottern” können. Einen Kredit zu bekommen, hält er für aussichtslos. Und eine direkte Umlage auf die Mitglieder könnte zu einer Austrittswelle führen. Bereits in den vergangenen Monaten seien vermehrt Mitglieder ausgetreten - wobei Schaub nicht über deren Gründe spekulieren will. “Darüber sagen die einem ja nichts”.

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Am 15.09.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Hunde -Schule der Region

Von Welpenschule bis zum Turniersport: Kursteilnehmer auch aus den Nachbarstädten

Holzwickede. 98 Mitglieder zählt der Hundesportverein, doch seine Nutznießer sind viel mehr: Das Kursangebot bedient auch Hundehalter aus den Nachbarorten.

Das Training der Turnierhunde- und Agility-Gruppen macht nur einen Teil der Vereinsarbeit am Oelpfad aus. Vor allem durch den Bewusstseinswandel nach der Debatte um die Hundeverordnung bemerkt der Verein einen großen Bedarf nach Schulung von Hund und Herrchen. Das Angebot ist entsprechend vielseitig.

Zu den regulären Angeboten zählen die Welpenkurse für  Hunde von acht Wochen bis zu sechs Monaten Alter und die Junghundekurse für sechs- bis zwölfmonatige Tiere. Auch spezielle Kurse für ältere Hunde wurden schon angeboten. Nach dieser Grundausbildung, bei der die Hunde zum Beispiel lernen, auf Kommandos zu hören, folgt als nächstes der Team-Test, bei dem Hunde an Stress-Situationen wie zum Beispiel den Straßenverkehr gewöhnt werden. Danach steht die Begleithundeprüfung als Brücke zwischen den “Laien- Kursen” und den Turnierklassen. Ziel der Ausbildung ist immer das “sozialverträgliche Verhalten” des Hundes - und das auch in Situationen, die für das Tier eine Reizüberflutung mit sich bringen können, etwa in großen Menschenmengen.

Alle Kurse können beim Hundeverein am Oelpfad auch von Nicht-Mitgliedern belegt werden. Einen grundsätzlichen Ausschluss bestimmter Hunderassen gebe es dabei nicht, so der Vereinsvorsitzende Friedhelm Schaub. Ansprechpartner erreicht man fast jeden Abend am Hundeplatz am Oelpfad - entweder persönlich oder über die Telefonnummer 8377.

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Am 13.11.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Neuer Vorfall am Kellerkopf

Reitlehrerin von Autofahrer beleidigt - Polizei ermittelt nach Anzeige

Holzwickede. Am Kellerkopf  kehrt keine Ruhe ein. Nachdem im Sommer die “Fohlengeburt im Matsch” für Schlagzeilen sorgte, ermittelt die Polizei jetzt wegen Beleidigung gegen den umstrittenen Pferdehalter.

Polizeisprecherin Ute Hellmann bestätigte gestern, dass eine Anzeige vorliegt. Eine 18-jährige Übungsleiterin vom Reiter- hof Delfmann war demnach am Donnerstag während eines Ausritts mit sechs Kindern auf Schulponys von dem Besitzer der Pferdeweide, auf der sich jene Fohlengeburt ereignet hatte angehalten worden. Der Mann habe die junge Frau auf übelste Weise beschimpft und dem Pferd in die Zügel gegriffen. Zuvor sei der Mann in geringem Abstand an der Reitergruppe vorbeigerast. Dadurch verlor die junge Frau sowohl die Kontrolle über ihr Pferd als auch über die ihr anvertrauten Reitkinder. Ganz abgesehen von der eigenen Angst.

Die Politei in Unna hat die Ermittlungen eingeleitet, wird den Beschuldigten vorladen und ihm die Chance geben, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Auf jeden Fall aber wird die Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Ingrid Delfmann sieht in dem Vorfall eine Reaktion auf den Streit um eine Arztrechnung. Die Pferdefrau hatte, wie damals ausführlich berichtet, gemeinsam mit anderen Helfern das neugeborene Fohlen und die Stute vor dem in der Herde frei- laufenden Hengst in Sicherheit gebracht und ärztlich betreuen lassen. Der Pferdehalter weigert sich die Kosten zu zahlen.

Der Kreis Unna als zuständige Veterinärbehörde hatte dem Mann aus Schwerte bezüglich der Pferdehaltung Auflagen gemacht.

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Am 17.11.2004 berichtete der Hellweger Anzeiger aus Unna.

Dutzende Vögel sterben qualvoll

Tierschutzorganisation Arche 90 entdeckt in Tierhandlung auch zwei tote Stinktiere

Lünen. Mitarbeiter der Tierschutzorganisation Arche 90 haben in der ehemaligen Vogelhandlung Jens Poppenborg an der Bebelstraße 125 mehr als 50 tote Vögel und zwei tote Stinktiere entdeckt.

Als die Mitarbeiter der Tierschutzorganisation am gestrigen Vormittag die ehemaligen Verkaufsräume betreten, schlägt ihnen ein bestialischer Gestank entgegen. Der Boden ist übersät mit Tierfutter, toten, angefressenen Vögeln. Einen Papagei muss es auch gegeben haben, so Arche-90- Mitarbeiterin Heike Beckmann. Mehr als ein paar Federn sind nicht übrig. Die Mäuse haben ganze Arbeit geleistet. Ein gutes Dutzend Vögel fliegt wild im Raum umher. Buntfinken, Zebrafinken, am Boden entdecken die Arche-90-Leute eine Zergwachtel.

Die Tiere sind schwach. Futter habe es zwar gegeben, aber kein Wasser. "Ich weiß nicht, ob wir alle Tier durchbringen. Manche sind sehr schwach", so Heike Beckmann. Mit ihren Mitstreitern Martina Jung, Verena Koch und Fredi Stiller versucht Heike Beckmann die Tiere einzufangen. "Wir müssen im Dunkeln wiederkommen. Dann ist es einfacher." Die Tiere sollen in einer Pflegestation wieder aufgepäppelt werden. Arche 90 ist morgens vom Fachbereich Feuerwehr und öffentliche Ordnung alarmiert worden. Ein Vorwurf geht in Richtung Kreisveterinäramt. Dort hätte man von den Zuständen gewusst. Am 29. Oktober sei eine Beschwerde beim Veterinäramt eingegangen.

Man habe die Sache überprüft, aber es habe keine Anhaltspunkte für tierschutzrechtlichen Handlungsbedarf gegeben. Die zweite Beschwerde habe es gestern morgen gegeben. Der Besitzer der Vogelhandlung habe sich übrigens nach Belgien abgesetzt.

Tiertragödien wie die an der Bebelstraße 125 seien leider keine Einzelfälle, weiß Heike Beckmann aus Erfahrung. Zur Routine werden solche Einsätze aber nie. "Jedes Jahr vor Weihnachten werden die alten Tiere weggejagt, um Platz für neue zu schaffen. Und nach Weihnachten werden die ungewollten neuen Tiere ausgesetzt. Wir suchen dringend noch Pflegestellen für Tiere in Not", bittet Heike Beckmann engagierte Mitbürger um Mithilfe. "Und wir brauchen dringend Leute, die vormittags mit zu Einsätzen fahren."hi-

Wer helfen möchte, kann sich mit der Arche 90 unter Tel., (0231) 875397 in Verbindung setzen.

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Am 18.11.2004 berichtete die Ruhr Nachrichten im Lokalteil Lünen.

Kreis fordert Bericht an

Lünen. Der Kreis Unna hat jetzt im Zusammenhang mit den katastrophalen Zuständen in der ehemaligen Tierhandlung Poppenborg an der Bebelstraße (wir berichteten) einen Bericht vom Ordnungsamt der Stadt Lünen angefordert. Außerdem wird ein Tierhaltungsverbot gegen den Betreiber der Vogelhandlung angestrebt.

Ein solches könnte auch der Richter im Rahmen des nun anstehenden Strafverfahrens verhängen.

Der Kreis Unna widerspricht der Darstellung, man habe von den katastrophalen Zuständen in der Vogelhandlung in Lünen gewusst und nicht gehandelt. Richtig sei, dass man am 28. Oktober einen Hinweis auf nicht artgerechte Tierhaltung in der Vogelhandlung erhalten habe, so Dr. Anja Dirksen, Sachgebietsleiterin für Veterinärwesen des Kreises Unna. Daraufhin habe man den Vogelhandel unverzüglich vor Ort überprüft. Dabei hätten sich jedoch "keine Anhaltspunkte für tierschutzrechtlichen Handlungsbedarf" ergeben. Erst durch die Presse habe man dann von den katastrophalen Zuständen vor Ort erfahren.

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