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Hellweger Anzeiger vom 24.07.2002 aus Unna.

Tierschutz

Zum offenen Brief von Kreis-Sprecherin Constanze Rauert an die Tierschützer, unser Bericht von Samstag, schreibt diese Leserin:

Mit Interesse verfolge ich seit einiger Zeit die in Ihrer Zeitung veröffentlichten “Zwistigkeiten” zwischen der Kreis-Pressesprecherin, Frau Rauert, und engagierten Tierschützern aufgrund der Vermittlung von vier Staffordshire-Hunden nach Saudi-Arabien.

Der inhaltslose “offene Brief” von Frau Rauert an die Tierschützer und die Öffentlichkeit ist aus meiner Sicht an Überheblichkeit und Ignoranz kaum zu überbieten. Einer Kreis-Pressesprecherin hätte ich mehr inhaltliches und verständliches Niveau als derartig grammatikalische Entgleisungen zugetraut. Aber so kann man sich irren. Klare Antworten auf nachvollziehbare Fragen der Tierschützer ist Frau Rauert bisher schuldig geblieben. Statt dessen gibt sie, so wie in der Politik oft üblich, Antworten auf Fragen, die gar nicht gestellt wurden. Und dies noch in einer äußerst arroganten und unprofessionellen Art und Weise.

Hätte Frau Rauert zu dieser Thematik von Beginn an ihre “Hausaufgaben” als Pressesprecherin richtig gemacht, wäre es sicherlich auch nicht zu den von ihr in einer anderen Ausgabe des HA dargestellten “Missverständnisse” gekommen.

Wie sagt ein altes Sprichwort so treffend: “Die halbe Wahrheit ist die gefährlichste Lüge”.

Rosy Meinelt, Unna

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Hellweger Anzeiger vom 27.07.2002 aus Unna.

Zu unserer Berichterstattung über das Tierheim Unna und die Vermittlung von vier Staffordshire nach Saudi- Arabien, erreichte uns folgender Leserbrief:

Tierheim

Wie dumm, naiv oder verantwortungslos müssen Tierheimbedienstete sein, wenn sie sogenannte Kampfhunde nach Saudi-Arabien verscherbeln. Ist den Verantwortlichen nicht bekannt, dass Tiere in islamischen Ländern unrein sind? Was glauben Sie, warum sich der Enkel des saudischen Königs ausgerechnet für “Kampf”-Hunde interessiert? (Warum konnte es nicht ein Dackel oder Pinscher sein?)

Wie wollen Sie die Hundeunterbringung in Saudi-Arabien kontrollieren, oder ist es in Ihrem Tierheim nicht nötig, vermittelte Tiere zu kontrollieren? Ferner sollte es Ihre Aufgabe sein, jedes Tier, dass Sie vermitteln, vorher kastrieren zu lassen. Das hätte erst recht bei den vier Hunden passieren müssen.

Das Hunde der Liste 1 sehr schwer zu vermitteln sind, rechtfertigt noch lange nicht Ihr tierfeindliches Verhalten. Da sollten Sie sich bei der Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn und den anderen “Größen” beschweren, denn die haben den Tieren ein Leben im Knast beschert. Und Sie reihen sich jetzt ein und schicken die Hunde in eine ungewisse Zukunft.

Von Frau Rauert, Pressesprecherin des Kreise Unna, hätte ich gerne gewußt, wer und was die Welttierschutzorganisation ist. Ich bitte da um nähere Informationen.

Ingrid Brenne, Dortmund

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Hellweger Anzeiger vom 27.07.2002 aus Unna.

Zu unserer Berichterstattung über die Vermittlung von vier Staffordshire nach Saudi- Arabien schreibt diese Leserin:

Wenn vier unkastrierte Staffordshire und Pittbulls per Order Mufti an Saudi-Arabien ausgeliefert werden, müssen zwangsläufig bei jedem Tierschützer alle roten Lampen angehen. Wissen wir doch inzwischen aufgrund multikulturellen Miteinander, welchen Stellenwert speziell Hunde in islamischen Ländern haben. Wer, bitte schön, ist “die Welttierschutzorganisation”, welche, laut Aussage von Frau Rauert, angeblich “keine Bedenken gegenüber Saudi-Arabien hat”. Seit 20 Jahren in der Tierrechtsszene beheimatet, ist mir ein Verein gleichen Namens vollkommen unbekannt. Ich wüsste gern mehr darüber. Ob diese neuerliche Fehlhandlung des Kreistierheims Unna mehr auf Ignoranz oder Naivität beruht, vermag ich nicht zu beurteilen. Sie erinnert mich jedenfalls stark an eine vergleichbare Empörung auslösende Aktion vor zwölf Jahren, als 52 unkastrierte Katzen an Landwirte verschenkt werden sollten.

Damals wie heute ging es wohl weniger darum, Tiere im Sinne des Tierschutzes - inzwischen Bestandteil unseres Grundgesetzes - verantwortungsvoll in gute Hände zu vermitteln, als vielmehr, sich ihrer auf einfache Art und Weise zu entledigen. Unerhört empfinde ich es, wenn in der Jahresabschlussbilanz des Tierheims diese Abgabepraxis als “erfolgreiche” Tiervermittlung bezeichnet wird.

Almuth Wnendt, Unna

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Hellweger Anzeiger vom 08.08.2002 aus Unna.

Zu unserer Berichterstattung über fünf Gassigänger, die nicht mehr Tierheim-Hunde ausführen dürfen, erreichte uns folgender Leserbrief:

Tierheim 1

Die Tierschützer und gleichzeitigen “Gassigänger” der Liste 1 Hunde wurden ihres Amtes enthoben. So geht man mit berechtigten Kritiken um. Jetzt warten diese armen Wesen auf “ihre Menschen”. Diese außerordentlichen lieben, schmusigen, menschenbezogenen Hunde sind keine Monster.

Sie werden nur durch Menschen zu Monstern gemacht. Was müssen diese armen Tiere leiden, bis sie wirklich zur Kampfmaschine geworden sind. Jeder Hundebesitzer sollte sich seinen eigenen Hund anschauen und nachdenken, wie viel Schläge und Folter sein eigener Hund ertragen könnte, bis er so wird.

Doris Rüdiger-Heffe, Holzwickede

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Hellweger Anzeiger vom 08.08.2002 aus Unna.

Zum selben Thema schreiben diese Leser:

Tierheim 2

Unser Sohn Tim ist 19 Jahre alt und befindet sich noch in der Berufsausbildung. Wer selbst Kinder in diesem Alter hat, weiß wie schwer es ist, sie in einer Zeit der Jugendarbeitslosigkeit, des Konsumterrors, der Gewaltverherrlichung und der Korruption zu verantwortungsbewussten, kritischen Bürgern zu erziehen. Wie viele Jugendliche in diesem Alter wissen mit ihrer Freizeit nichts Vernünftiges anzufangen? Sie sind orientierungslos, hängen herum, dröhnen sich mit Alkohol zu oder wenden sich einer extremen politischen Szene zu.

Wir waren sehr froh, als Tim vor zirka sechs Monaten anfing, regelmäßig, nämlich zweimal pro Woche, Hunde aus dem Kreistierheim Unna auszuführen. Egal, wie spät er Freitags ins Bett kam: Er stand jeden Samstag um 8.45 vor dem Tierheim und kam seiner freiwilligen Verpflichtung nach.

Das ist jetzt vorbei. Unser Sohn gehört zu den fünf Gassigängern, denen eine weitere ehrenamtliche Tätigkeit im Tierheim von der Kreisverwaltung untersagt worden ist. Wie sollen wir ihm diese Reaktion der Verantwortlichen des Kreises verständlich machen? Er hat sich bei dem Ausdruck seiner Besorgnis bezüglich der Verschickung von vier Staffordshire- Terrier nach Saudi-Arabien stets an die bekannten demokratischen Spielregeln gehalten. Er hat niemanden beleidigt, bedroht, geschädigt.

Was sollen wir ihm sagen, damit er am 22. September als Jungwähler sein Wahlrecht ausübt und nicht sagt: “Die (Politiker) machen ja doch, was sie wollen!”

Wir können ihm nicht einmal widersprechen, denn im “Kleinen” sieht es bei dem Saudi-Arabien-Deal genau danach aus.

Karin und Otto Heistermann, Holzwickede

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Hellweger Anzeiger vom 26.08.2002 aus Unna.

Zu unserer Berichterstattung über das Tierheim Unna und die Auseinandersetzung zwischen Kreis als Träger und den Gassigängern - unser Bericht vom 31. Juli “Gassigänger brechen ihr Schweigen” - erreichte uns folgender Leserbrief:

Tierheim

Bei mehreren Besuchen des Tierheims Unna hatten wir die überaus engagierte Mitarbeit der fünf geschassten Tierfreunde beobachten können. Als wir diesen Artikel lasen, waren wir empört über die engstirnige und vorschnelle Handlungsweise des Kreise Unna. Offenbar bekommen nun auch hochmotivierte, ehrenamtliche Mitarbeiter des Tierheims Unna einen Maulkorb verpasst! Kritik üben ist offensichtlich unerwünscht, da reicht es offenbar schon, wenn der Transfer von so genannten “Kampfhunden” ins feudalistische Mittelalter der arabischen Wüste zum Vergnügen eines Scheichs in Frage gestellt wird.

Wenn Bürgerengagement so mit Füßen getreten wird, einfache, demokratische Spielregel missachtet werden, wird der mündige Bürger zur Farce. Und die Verantwortlichen in diesem Skandal fügen dem Demokratieverständnis ihrer Bürger schweren Schaden zu

Lieselotte und Michael Scheffel, Werne

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