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Weitere Kommentare, Leserbriefe und eine  E-Mail zum Thema: 

 “Versteigerungserlöse von gepiercten und tätowierten Schweineköpfen für einen Tierschutzverein”

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Am 13.07.2005 kommentierte Frau Anja Jungvogel vom Stadtspiegel Unna in der “Statt-Spiegel-Kolumne” die Versteigerung von gepiercten und tätowierten Schweineköpfen auf der Tattoo-Party in Unna.

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Aber Ethik sollte in unserem Kulturkreis zumindest einheitlich verstanden sein. Ich bin jedenfalls erschüttert, dass bei der Tattoo-Party zu Gunsten des Tierschutzvereins ein gepiercter und tätowierter Schweinskopf versteigert wird. Meinetwegen können auf dieser Veranstaltung so viele gebratenen Schweinsköpfe verspeist werden, wie sich “Gourmets” finden, für die so etwas eine Köstlichkeit ist. Das Angebot richtet sich immer nach der Nachfrage. Und diesen armen Schweinen ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Nur kann ich kein Verständniss dafür aufbringen, dass die Unnaer Tierschützer seit zwölf Jahren dankbar die Spenden annehmen, ohne sich Gedanken zu machen, auf welch traurige Art und Weise das Geld zusammen gekommen ist. Einen toten Schweinskopf zu piercen und zu tätowieren, ist schon krank genug, aber ihn dann noch unter lautem Gejohle zu versteigern, grenzt an schamlose Verachtung der Tierwelt.

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Stadt Spiegel vom 20.07.2005 aus Unna.

Einen Leserbrief zur Statt-Spiegel-Kolumne “Tätowierter und gepiercter Schweinekopf” aus der letzten Woche schrieb uns Frank Dünkelwald Asternweg 5 in Unna:

Tierschutzverein pro Versteigerung

”Ich wundere mich über Ihren Kommentar in NR. 28/26. Aufgrund des abgebildeten Fotos nehme ich an, dass Sie Kosmetika, die an “lebenden” Tieren erprobt wurden, ablehnen und nicht benutzen ?

Ferner frage ich mich: Ihr Auto, Benzin oder auch ein Großteil Ihrer Kleidung (Erdöl), erkauft mit dem Leid tausender unschuldiger Menschen - “Georg sei Dank” - stehen Sie abweisend gegenüber und benutzen diese Gegenstände erst gar nicht. Auch kaufen Sie mitnichten nur Fairpreis-Produkte, Kinderarbeit etc. Sich dann über etwas zu echauffieren, was gewiss makaber ist, halte ich für sehr kleingeistig. Der Tierschutzverein Unna ist jedenfalls jedes Jahr über den aufkommenden Versteigerungserlös sehr erfreut.”

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Stadt Spiegel vom 20.07.2005 aus Unna.

Zum gleichen Thema nahm Ursula Horn, Vorsitzende des Tierschutzvereins Unna , Stellung:

“Ein totes Tier hilft den Lebenden”

”...Auf der Tattoo-Party werden überhaupt keine Schweinsköpfe verspeist, lediglich ein allerdings kopfloses Spanferkel am Spieß ist für den Verzehr bestimmt. Eben dieser Schweinekopf eines für den Verzehr bestimmten toten Schweines, der sonst im Schlachtabfall gelandet wäre, wird gepierct und tätowiert und versteigert, das heißt, ein totes Tier hilft den Lebenden. Jeder der Bietenden weiß, dass der Erlös für den Tierschutz bestimmt ist und die Allerwenigsten der Bietenden sind daran interessiert, in den Besitz des Schweinekopfes zu kommen...”

“...Die Menschen, die sich an der Versteigerung beteiligen, wollen mit ihrem Geld unserem Verein helfen, Not, Elend, Krankheit und Hunger von vielen Mitgeschöpfen zu lindern. Davon gibt es in unserem Lande viel mehr, als Sie sich vorstellen können. Wir holen keine Tiere aus dem Ausland, sondern helfen vor Ort. Wir praktizieren Tierschutz, wir sagen Danke für jede Unterstützung, auch für den Erlös der von unserem Mitglied Olaf Kraus veranstalteten Versteigerung des Schweinekopfes, wobei es vermessen ist, die Tatowierer als krank zu bezeichnen.

Ich persönlich werde den Leuten, die dort für die Tiere spenden, wie in den vergangenen Jahren dafür herzlich danken und ihnen erzählen, wie viel Leid wir damit lindern konnten. Dieses Geld ist keinesweg auf traurige Art und Weise zusammen gekommen, wie Sie es darstellen...”

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Stadt Spiegel vom 27.07.2005 aus Unna.

Einen Leserbrief zur Statt-Spiegel-Kolumne von Anja Jungvogel aus der Ausgabe vom 13. Juli schrieb uns Heike Jutta Zapfe aus Unna:

“Tier verachtendes Ritual”

”Ganz herzlichen Dank für Ihren Kommentar im vorletzten Stadtspiegel zum Thema “Piercen eines Schweinekopfes” im Rahmen der Versteigerung beim “Tattoo-Fest” und der höchst fragwürdigen Spende an den Tierschutzverein.

Ich kann Ihrer Haltung nur aus vollem Herzen zustimmen und finde es geradezu pervers, einem toten Tier den Kopf abzutrennen, ihn zu piercen, zu versteigern und den Erlös einem Tierschutzverein zu spenden. Wie demoralisiert und fern jeder Ethik müssen Menschen sein, um sich Derartiges auszudenken? Und wie fragwürdig ist das Selbstverständnis eines Tierschutzvereins, der eine solche Spende auch noch annimmt?

Seit Jahren packen mich Wut und Fassungslosigkeit, wenn ich bei der Ankündigung dieser “Party” erneut das gleiche Tier verachtende Ritual aufgeführt finde. Umso entsetzter war ich über den geradezu dreisten Leserbrief eines Frank Dünwalds und den Brief von Frau Horn, der eigentlich nur zum reihenweisen Austritt sämtlicher Mitglieder dieses “Tierschutz”-Vereins führen müsste - zumindest derjenigen, die eine auch nur ansatzweise vorhandene Definition ihres Vereinsnamens in ihrer Wahrnehmung haben.

Lassen Sie sich nicht verunsichern oder angreifen, dass Sie sich klar und unmissverständlich auf Seiten der Wesen gestellt haben, die uns von  der Schöpfung anvertraut werden und sich selbst gegen solche Missachtungen nicht wehren können ...”

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E-Mail eines angeblichen “Wilm Moeller” aus Hamm (originaler Wortlaut, inkl. sämtlicher Rechtschreibfehler!! )

Von: "Wilm Moeller" <Wilm-Moeller@gmx.net>

Betreff: Bezug zu tattooviertem und gepiercten Schweinskopf

Hallo Herr Vogel,

ich wollte Ihnen doch gerne mal eine E-mail schreiben. Ich war am 30.07.2005 auf Olaf 12. Tattoo-Party in Unna und habe die Versteigerung des Schweinekopfs natürlich mitbekommen und auch fleißig mitgeboten. Ich habe auf Ihrer HP die verschiedenen Berichte und Stellungnahmen verschiedener Bürger in Ihrer Lokalpresse gelesen und war eigentlich sehr erschüttert über die dreistigkeit und diese unverständlichkeit von Frau Jungvogel. Wie Olaf auf der Party erklärte war der Kopf ein restbestand eines Tieres was zum Verzehr bestimmt war. Eine unveschämtheit im Zusammenhang dazu fand ich die Aussage von Fr. Jungvogel dass man gerne so viele Schweinsköpfe verspeisen soll wie man will weil dies als Gourmet bekannt ist aber man nicht einen Schweinskopf tattoovieren und piercen soll. Ich persönlich empfand diese Versteigerung als sehr positives Mittel um den Leuten klar zu machen das etwas für den Tierschutz getan werden muss. Auch wenn es zugegebenermaßen ein sehr markantes und für manche Leute vielleicht auch provokatives Mittel ist unterstütze ich Ihre Form der Versteigerung. Bitte machen Sie auch in Zukunft weiter so!!!!!! Ich freue mich schon auf das nächste Jahr und werde sicherlich unterstüzend mitwirken.

Hochachtungsvoll und mit freundlichem Gruß aus Hamm
Wilm Möller

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